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Samstag, 10. September 2011

Die Seidenreiher-Insel
Von DM, 23:59

Besuch von der Universität Göttingen: Unsere aus Deutschland zurückgekehrten Studenten des Jahrgangs 06 und die demnächst dorthin reisenden 07-Studentinnen nehmen mit zwei deutschen Dozentinnen teil an einer "Werkstatt" zur Wissenschaftssprache. Ich schau auch mal kurz vorbei. Mittags gehe ich mit Yixuan und Yijie (siehe Eintrag vom 27. Mai: oben links Yijie, unten links neben mir: Yixuan)  in Richtung eines nahe gelegenen Restaurants. Yijie biegt rechts ab, Yixuan und ich treffen eine wie immer blendend aufgelegte Yangliu, die die frisch gebackene Jura-Studentin Hao Hui (in Großenaspe bekannt als Inge), ihre Lieblingslehrer Qin Wen (auf dem Foto hinten im blauen Hemd) und Didus, ihren Freund und eine Freundin zum Essen eingeladen hat. Auf der Arbeit, irgendein Verwaltungsding, schiebt sie eine ruhige Kugel, weiß sie zu berichten. Yixuan muss sich vorzeitig verabschieden, denn die Werkstatt geht weiter. Zum Abschied gibt es die auch schon in Großenaspe berüchtigten Pemmikan-Platten (getrocknetes Rindfleisch), jetzt auch in Bonbon-Form im Angebot. Da kann man wirklich nicht widerstehen!

Gegen halb vier finde auch ich mich wieder im Gebäude der Wissenschafts-Werkstatt ein. Im Anschluss beginnt von hier aus nämlich der große deutsch-chinesische Lehrer-Ausflug auf die Bailudao- oder Seidenreiher-Halbinsel, ca. 80 km von Nanjing entfernt. Die Deutsch-Lehrer der Uni und ihre deutschen Gäste (zweimal Göttingen, einmal Freiburg) steigen in einen gut klimatisierten Charter-Bus. Die Studenten (zu Besuch sind Wang Dan und Minmin, die ihre Freundinnen Yijie und Yinyin besuchen) winken brav. Die Reise beginnt.
Am Zielort staunen Schriftsteller Kai Weyand und ich, die gemeinsam einen Luxus-Bungalow für Parteikader und neureiche Chinesen beziehen, nicht schlecht über den Komfort in der malerisch gelegenen Ferien-Anlage. Natürlich überlasse ich dem aus dem fernen Freiburg angereisten Gast den Schlafraum mit integriertem Bad und Seeblick. Wir bilanzieren: Hier könnte man das auch länger aushalten als ein Wochenende.
Die "heißen Quellen", die wir nach Einbruch der Dunkelheit ansteuern und bei deren erster Erwähnung ich isländische Geysire und pulsierende schweflige Ausstöße mit Dunst- und Nebelgewaber vor Augen hatte, erweisen sich als Wiederholung des Ausflugs mit Feiqian und ihrem Papa im Vorjahr (siehe sin-o-meter-Eintrag vom 24. Februar 2010). Auch diesmal amüsieren wir uns in einer Warmduscher-Badeanstalt mit Knabberfischen (oder auch ohne) in mineralogisch wertvollen Planschbecken, die in räumlich getrennten Plansch-Pavillons liegen, zwischen denen man sich, mit weißen Handtüchern behängt, unter freiem Himmel hin- und herbewegt. Neu für mich ist das "Tote Meer", wo das spaßige Im-Wasser-Treiben ohne Schwimmbewegungen jedoch jäh endet, sobald man einmal Wasser ins Auge bekommt. Nachdem die Jungs mich mit ins türkische Dampfbad geschleppt haben, das ihnen aber nicht heiß genug ist, sodass sie prompt in der Sauna landen, streike ich. In der Hitze halte ich nur fünf Minuten durch. Ich gehe lieber noch mal ins Jasminbad. Nach dem Heraussteigen gleite ich leider (wie nach der Ankunft schon einmal die Kollegin Prof. Chang) auf den feuchten Stufen aus und kann mich beim Sturz auf den Boden gerade noch mit dem linken Arm abfangen. Sonst wäre die Schulter womöglich schon wieder hi' gewesen. Nix passiert, sage ich dem erschrockenen Bademeister und begebe mich auf den Schreck noch mal zu den Putzerfischen, die ich nun ganz für mich allein habe. Schließlich gibt es eine Lautsprecher-Durchsage, die die (männlichen) Nanda-Lehrer zum Auftauchen auffordert. Die Professorinnen sind schon länger durch mit dem Programm. Ich erscheine mit zehminütiger Verspätung im Dusch- und Umzugsbereich des Thermalbads.
Originellerweise ist Kai Anhänger des SC Freiburg, der heute eine 7:0-Schlappe gegen einen wieder in Normalform spielenden FC B einstecken muss. Leider wird das Spiel nicht von CCTV-5 übertragen und wir ahnen nichts von dem spektakulären Ausgang der Partie. Für ihn zweifellos besser so.

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