Unser heutiger ganz besonderer Gaststar
Man braucht nur irgendeine verschrobene Idee, nennt das Kunst und schon fährt man damit durch die Weltgeschichte. Das war so ungefähr der Wortlaut eines Kommentars meiner Psychologie-Kollegin Annette, als sie heute Mittag in der Bibliothek von unserem heutigen - wie hieß das in der Muppets-Show? - "ganz besonderen Gaststar" Ottjörg A.C. hört. In der Mupptets-Show hätte der extravagante Künstler, der äußerlich an den "großen Lebowski" erinnert und mit dem im Gefolge die Institutsleiterin heute nach meinen Vormittagsstunden den Hörsaal stürmt, sicherlich eine gute Figur gemacht. In aller Kürze: Ottjörg (Vorname? Nachname? Künstler!) tourt durch die Weltgeschichte zur Anfertigung und späteren Präsentation farbiger Tiefdrucke von Kritzeleien auf Schülertischen. Seine zentrale These: Tischkritzeleien haben was Globales. Als ich gegen elf seinen Dia-Vortrag verlasse, um die Bibliothek zu öffnen, bremst er mich: Moment! Nicht ohne sein Kunstbuch Deskxistence, das ich natürlich gern in den Bestand meiner Bücher aufnehme. Den Rest des Vortrags kann Benno für mich verfolgen, der zuvor in der Absolventenklasse, ebenfalls als Gaststar, von seinen Erfahrungen mit dem Magisterstudiengang Literatur- und Kulturtheorie in Tübingen berichten durfte.