Koreaner!
Beim gestrigen Essen der ausländischen Lehrkräfte habe ich mich freundlich an die koreanische Kollegin gewandt, weil mir in Schanghai ein südkoreanischer Professor auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung seinen Lebenslauf in die Hand gedrückt hat. Sie könne mir helfen, sagt sie. Wir treffen uns heute um Punkt zwei Uhr in der Eingangshalle des Fachbereichs Sprachwissenschaften. Ich will ihr nur rasch das Papier mit dem Lebenslauf aushändigen. Aber nachdem ich die Erklärungen von gestern Abend wiederholt habe, weigert sie sich mit der mehrfach auf Chinesisch vorgetragenen Erklärung "Ich habe keine Beziehung zu ihm!" das Blatt anzunehmen. Ich verstehe nur Bahnhof und wiederhole, es gehe doch nur darum, das Blatt an den Leiter der Koreanisch-Abteilung, ihren Chef oder ihre Chefin, weiterzuleiten. Nichts zu wollen. Das sei ausgeschlossen. Ich bitte sie schließlich, bereits um Fassung ringend, mir das Brieffach ihres Abteilungsleiters zu zeigen. Sie könne das dann ja dort für mich einwerfen. Das tut sie dann auch, nachdem wir gemeinsam mit dem Fahrstuhl in den siebten Stock gefahren sind. "Zufrieden?", scheint ihre Miene sagen zu wollen. Vielleicht könne ich ja später dazu einige erklärende Worte an ihn richten, wenn sie geneigt sei, mir zu zeigen, wo sein Büro sich befinde. Sie ist nicht geneigt. Mit einem spröden Dankeschön verabschiede ich mich.
Koreaner sind die letzten Heuler!