Nichts dazugelernt
Nachmittags Prüfung, abends im Flieger in die Sonne: Ich habe spontan beschlossen einen kleinen Ausflug auf die Tropeninsel Hainan zu machen, so etwas wie Chinas Gran Canaria. Erstmals musste ich dafür von einem ATM-Automaten aus eine Überweisung tätigen, was mich einiges an Nerven gekostet hat, aber da es sich um das letzte Zimmer in der Herberge zum blauen Himmel, in der ich schon vor zwei Jahren zu Gast war, hendelte, ließ die Rezeption nicht locker und traktierte mich mit SMS, bis ich die 500 Yuan Anzahlung brav überwiesen hatte.
Das dank des günstigen Flugs (umgerechnet vierhundert Mark) gesparte Geld ist gleich aufgebraucht, da ich weder in Nanjing noch am Zielort Sanya, wo ich nach einem schweißtreibenden Flug (ich im Unterhemd auf dem Sitz der Sichuan-Airlines) um zwei Uhr morgens eintreffe, einen kostengünstigen Bus erwische und also auf die verhassten Taxis angewiesen bin. Eine halbe Stunde habe ich in Nanjing am Zhonghuamen auf Zeit gespielt, ehe ich die Summe für eine Einzelfahrt zum Flughafen hinblättern musste. Und die Strecke, auf der mich der Sanya-Taxifuzzi zum Donghai-Küstenabschnitt transportiert, kommt mir so lang vor, dass ich kaum glauben kann, dass das der direkte Weg war.
Und heute nun, am ersten Strandtag, lerne ich, dass ich nichts dazugelernt habe. Wie damals im Februar 2011 (ein paar Insel-Impressionen sind hier zu sehen) verletze ich mich gleich beim ersten Ausflug ins Meer an einem von scharfkantigen Muschelresten bewachsenen Bojenseil.