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Sonntag, 21. September 2008

Volles Haus
Von DM, 23:59

Dieser Sonntag verlief wesentlich erfreulicher als der letzte. Ich habe die St.-Paul-Gemeinde (eine andere als die der letzten Woche) gesucht und gefunden! Im Internet habe ich von dieser Gemeinde gelesen, die einen englischsprachigen GoDi anbietet. Als ich ankam, fühlte ich mich erinnert an das, was ich gerade in der Biografie von Samuel Lamb, dem Leiter der mutmaßlich größten Hausgemeinde in China gelesen hatte (Buchtipp: Ken Anderson: Niemals allein, gerade erschienen): Noch vor dem gerammelt vollen Gebäude saßen draußen Besucher auf Bänken, die einer Lautsprecherübertragung lauschten. Ich folge Fingerzeigen in ein Obergeschoss und denke, ich bin im GoDi-Saal, aber alles, was da vorne im Altarraum zu sehen ist, sind zwei Fernsehgeräte, die den eigentlichen GoDi übertragen. Mit Mühe finde ich noch einen Platz. Nur ein englisches Wort, das finde ich weit und breit nicht! Verstehen kann ich also fast nichts, aber - gutes Zeichen - der Name Jesus fällt öfter als bei vielen vergleichbaren Anlässen in Deutschland. Der GoDi ist bald zu Ende und ich lasse mich mit dem Menschenstrom nach draußen ziehen. Viele Chinesen bleiben indes betend und kniend zurück. Draußen bemerke ich dann, dass ich mich nur in so einer Art Anbau befunden habe; die eigentliche Kirche St. Paul bietet ungefähr so vielen Leuten Platz wie unsere Katharinenkirche und war natürlich auch noch rappelvoll. Ich wandere umher und frage nach einem englischsprachigen GoDi und siehe da, der, so wird mir mitgeteilt, beginne gleich, nämlich um halb elf (sehr christliche Zeit). Nach dem GoDi - als Predigerin war eine Theologie-Lehrerin aus den USA zu Gast, die seit 1992 an einem theologischen Seminar hier in China lebt und wirkt; die GoDi-Besucher sind zumeist Chinesen, die ihr Englisch schärfen wollen - also, nach dem GoDi spricht mich Emilie an, eine Trainerin für Lebensmittelkontrollen. Ich frage gleich nach Tipps zum Thema Milch und sie empfiehlt mir Joghurt zu trinken.
Am Nachmittag spiele ich Fußball mit einigen Deutsch-Studenten und Hauke Hückstädt, dem Manager eines Literaturhauses in Göttingen (die Uni Göttingen ist die Partner-Universität der Uni Nanjing), der im Auftrag des Goethe-Instituts vier Wochen in Nanjing zu Gast ist, um die Studenten über Literatur in Deutschland zu instruieren. Dazu gibt es für die fortgeschrittenen Studenten jeden Mittwoch einen Salon, eine lockere Gesprächsrunde, zu der ich mich in den letzten beiden Wochen dann auch eingefunden habe. Ähnlich wie ich läuft Hauke mit einem Handicap herum: Er hat nach einem Sportunfall und Bruch eines Handwurzelknochens einen Draht in der Hand, ich die bekannte Platte in der Schulter. Beim Fußball bleiben wir beide im Rahmen unserer Möglichkeiten. Hauke profiliert sich als Flügelflitzer und ich zeige wieder mal, dass ich im Grunde am Ball nichts kann und trotzdem irgendwie immer wieder mal zur rechten Zeit an der rechten Stelle stehe. Und darauf kommt es ja im Leben schließlich an.

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