Auch Chinesen haben Nerven!
So ruhig saß er da, mein Sitz-Nachbar im Schnellzug nach Schanghai (eine Art chinesischer ICE, braucht 2 Stunden zehn Minuten bis Schanghai). Ihn schien das Gedudel des Mannes auf der anderen Seite eine Reihe hinter uns nicht zu stören. Der, ein etwa 50 Jahre alter Mann, spielte seit geraumer Zeit mit seinem Mobiltelefon ein Spiel mit den typischen elektronischen Nervgeräuschen. Plötzlich steht der Mann neben mir auf und blafft den Herrn an. Ich habe nicht alles verstanden, aber das Wort "Mobiltelefon" (chines. shouji="Handgerät") fiel auf jeden Fall. Der Angesprochene erwiderte irgendwas Empörtes, spielte noch eine Weile weiter und hörte irgendwann auf...
Sonst gab es keine nennenswerten Zwischenfälle auf der Reise nach Schanghai. Von der U-Bahnstation, die meine Schanghaier DAAD-Kollegin Sabina mir empfohlen hatte, fand ich mühelos zur Tongji-Universität. Hier wimmelt es nur so von Deutschen, denn zur Tongji gehört das Chinesisch-deutsche Hochschulkolleg. Eine Deutschlern-Hochburg also. Am Abend speist ein entsprechend großer Haufen Deutscher in einem koreanischen Restaurant.