Unterwegs nach Purple Mountain - Teil 3
Zwar gilt der Jugendkreis-Klassiker „Mit meinem Gott kann ich Wälle zerschlagen, mit meinem Gott über Mauern springen“ auch in China, doch als ich auf meiner Querfeldein-Wanderung durch menschenleeres (!) Gebiet an einer großen Mauer anlange und – zack – auch schon auf dem Pfeiler sitze, fällt mir ein, dass vor zwei Wochen eine für Müllentsorgung oder -überwachung zuständige Frau oben in der Nähe des Gipfels von einem Weg abriet, den ich einschlagen wollte, weil er in militärisches Sperrgebiet führe, und eingedenk meines halbtägigen Militärgewahrsams an der Grenze zu Russland im August 2005 lasse ich lieber Vorsicht walten und werde prompt durch einen Hinweis auf einem Stahltor bestätigt: MILITARY AREA. ENTRY PROHIBITED. Man muss ja sein Blatt auch nicht überreizen. Also wieder zurück nach oben und dann auf ausgetretenen Touristenpfaden wieder runter. Negative Begleiterscheinung dieser Vorsicht: Ihr habt hier heute nichts Spannendes zu lesen. Und auch nicht Neues. Studenten, die an mir ihr Englisch ausprobieren, sind nicht neu, auch nicht im Fall dieses Architekturstudenten, der mich oben unweit der Seilbahn anspricht und bald nach Südaustralien will, aber als Begriff für Architektur „Mechanical engineering for buildings“ verwendet. Vor Australien übt er daher noch ein bisschen Englisch, z.B. mit deutschen Wanderern.
Auch nicht neu ist Hans. Den Mann, der letzten Sonntag überraschend im GoDi aufgetaucht war, treffe ich kurz vor Sonnenuntergang zufällig unten am Fuße des Berges vor dem „Weißes-Pferd-Park“.
Für die Statistik hier noch die Anzahl der Foto-Termine: vier, und zwar eine Gruppe Jugendlicher, ein kleiner Knirps, der eigentlich gar nicht wollte, aber für seinen Papi musste, und ein hübsches junges Mädchen. Beim vierten Mal, das war schon beim Abstieg, habe ich nicht mehr genau hingeschaut, wer da genau mit mir abgelichtet werden wollte.