Vergissmeinnicht
Wäre ja auch zu schön gewesen, wenn mal alles reibungslos geklappt hätte. Als ich gegen 18 Uhr in dem Konferenzhotel der SISU (Shanghai International Studies University) ankomme, fordert man beim Einbuchen an der Rezeption einen Ausweis von mir. Der liegt natürlich in Nanjing! Kurze Ratlosigkeit. Was tun? Ich schlage vor, wieder nach Nanjing zurückzureisen, um das dringend nötige Papier zu holen, weiß allerdings, dass es anderswo auch schon ohne Ausweis ging (allerdings in zumeist weniger vornehmen Absteigen). Zum Glück findet mich die von der Deutsch-Abteilung der SISU zum Empfang der Konferenzteilnehmer abgestellte Studentin Lili, wie sie später, des Deutschen mächtig, mit eben diesen Worten bekennen wird, sehr nett und hilft mir aus der Bredouille, indem sie für mich bürgt. Dann geleitet sie mich zu dem zehn Fußminuten entfernt gelegenen Konferenzsaal an der Universität. Unterwegs revanchiere ich mich für die Hilfe mit ein paar Ratschlägen für ihre Magisterarbeit. In dem Hörsaal, in dem die Deutsch-Lektoren in China, Taiwan und der Mongolei tagen, stehe ich zunächst herum wie Falschgeld, dann weist mir ein studentischer Assistent einen Platz. Und zu essen wird es heute Abend auch noch etwas geben. Die SISU lädt ein. Und wer steht, der Zufall will es so, auf einmal in der Schlange zum Buffet neben mir?