Fröhliche Weihnacht!
Ich bin sehr dankbar, dass die internationale Gemeinde, die sich im Hotel trifft, für heute Abend zu einer Weihnachtsfeier mit üppigem Buffet und buntem Programm eingeladen hat. Ich lerne diesmal drei Studenten aus Mauritius kennen, beim Essen sitze ich neben dem Informatik-Studenten Kelvin aus Kenia, der später einen Tanz aufführen wird, und anschließend bei den festlichen Darbietungen neben einem Mann aus dem Tschad. „Ich habe eine afrikanische Seele“, sage ich bei solchen Begegnungen oft und erzähle von meinen 17 Monaten in Conakry (wo übrigens gerade ein Militärputsch für Unruhe sorgt, über den der Mann aus dem Tschad auch Bescheid weiß).
Nach dem Essen gibt es unter anderem ein Theaterstück frei nach Charles Dickens' „Weihnachtsmärchen“. Und die Afrikaner sorgen mal wieder dafür, dass die Angelegenheit nicht zu dröge, sondern zwischenzeitlich sogar zu einem heißen Tanz wird. Das Ganze klingt feierlich in einem Kerzenmeer mit „We Wish You A Merry Christmas“ aus. Als ich gegen elf nach Hause trotte, frage ich mich: Wenn ich nicht zur Gemeinde des Einzigen und Wahren zählen würde, wie hätte ich dann heute Weihnachten verbringen sollen? Es lebe die Gemeinde des Herrn!