Emilies Ernst und Emilies Ehrgeiz
Emilie kommt frisch von einer Prüfung anlässlich ihrer bevorstehenden Taufe in einer Woche und ist deswegen auch 25 Minuten verspätet. Naja, wer hätte dafür wohl mehr Verständnis als ich!? Trotzdem lungere ich schon so lange am Eingang der U-Bahn herum, dass mir von vorbeikommenden Chinesen schon die ersten Zigaretten angeboten werden. Man muss auch mal nein sagen können! Schließlich kommt Emilie nervös über die Straße gehechtet. Während eines knapp einstündigen Marsches um den Xuanwu-See verlange ich ihr bei einbrechender Dämmerung mit meinem Französisch-Konversationsprogramm einiges ab. Wir wärmen uns anschließend in einem Restaurant der gefürchteten Einkaufsmeile Hunan Lu auf. Sie, sagt Emilie, halte ja persönlich nicht so viel vom Einkaufen, nur ihre Freundinnen... Nichtsdestoweniger kennt sie sich hier erstaunlich gut aus und bringt uns sicher ans Ziel. Und ich stelle fest: Emilie ist zwar tatsächlich so ehrgeizig, wie sie immer tut, aber längst nicht so ernst.