Dem Alm-Öhi wär' das nicht passiert!
Heute Morgen auf dem Weg zum GoDi lauert mir Yuca auf. Die Japanerin, die ein Stockwerk unter mir wohnt, hatte mir, als sie im Bus neben mir saß, mal signalisiert, dass so ein christlicher GoDi sie durchaus interessieren könnte. Dann habe ich ihr versprochen: Nächstes Mal, wenn ich gehe, klopfe ich vorher bei dir an und sage Bescheid. Gestern Abend war Yuca dann aber zu überrascht, um zuzusagen. Über Nacht hat sie es sich dann, wie sie mir erklärt, anders überlegt.
Kurz nachdem wir Platz genommen haben, werde ich diskret rausgewinkt und der „Kirchendiener“ fragt mich, ob Yuca eine Einheimische sei, die sind ja nicht zugelassen. Ich erläutere schmallippig, sie sei Japanerin, und bin schon wieder auf meinem Platz. Und das war noch nicht alles an vermeidbaren Scherereien: Kaum ist der GoDi aus, bringt mich ein übermütiger amerikanischer Bruder im Herrn mächtig in Schwierigkeiten, als er erklärt, ich sei ja heute viel fröhlicher und strahlender und ausgelassener usw. als sonst. Der Grund sei ja offensichtlich, keine Frage, sie, die Dame neben mir, „mache meinen Tag“, was natürlich großer Blödsinn ist. In Wahrheit ist der Alm-Öhi mein Vorbild und ich mache am liebsten alles alleine außer vielleicht essen gehen. Aber man kann ja nun auch nicht sagen: „Was laberst du da für'n Käse!“ Das wäre ja auch Yuca gegenüber unhöflich. Yuca bilanziert dann, als wir im Regen nach Hause zurückgehen, dass das ja mal eine sehr interessante Erfahrung gewesen sei, und verschweigt den Amerikaner dezent. Jetzt bin ich gespannt, ob sie dieses Experiment noch mal wiederholt. Immerhin werden zwischen meinem jetzigen GoDi und dem nächsten mindestens sechs Wochen liegen.