Kuchen und Clementinen
Professor Hong schneit, nein, regnet herein. (Seit Tagen fühlt man sich hier wie Noah kurz nach Vollendung der Arche.) Bewaffnet ist er mit mehreren Kilogramm Kuchen und Clementinen. Und mein erster Gedanke ist: Der hat bestimmt sin-o-meter gelesen und will Wiedergutmachung leisten! Jedenfalls, das war zu befürchten, steht die nächste Konsultation an. Ich schieße noch einen Giftpfeil auf die dubiose Textvorlage vom letzten Montag ab, doch der agile Professor weiß mich sofort zu besänftigen: Diesmal gebe es nichts Bedenkliches, versichert er mir und tatsächlich geht es diesmal, im nächsten Kapitel des Buches über französische Kultur, um die Shakespeare-Figuren Prospero und Ariel, Kleists Prinzen von Homburg, Arno Breker, Jean Cocteau und einen russischen Romanisten. Und da ich die für den Meister-Übersetzer nicht ganz so bekannten Figuren der literarischen Welt gern identifizieren helfe und das für mich kein so großes Opfer ist wie zuvor, gibt es eben statt der Einladung ins Edel-Restaurant diesmal auch nur Kuchen und Clementinen. Dem Ewigen, der über mich wacht, sei Dank.