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Freitag, 08. Mai 2009

Die Rückkehr der Bestie
Von DM, 23:59

Die Bestie ist zurück, die Bestie Hitze mit dem siebenköpfigen Monster Skito (abgekürzt Mo. Skito) im Gefolge. Täglich klettert das Thermometer vor meinen fassungslosen Augen, seit der Mai gekommen ist, ein bis zwei Grad höher und ich frage mich, wohin das noch führen soll. Zu Mücken natürlich. Und die halten sich mal wieder an keine Regel, stechen mich tagsüber draußen nicht weniger als nachts drinnen. Und da! Da war schon wieder eine. Fliegt direkt hier am Bildschirm vorbei und streckt mir die Zunge raus. Unter Loriots Filzlaus-Mikroskop hätte man das sehen können! Die halten sich an keine Regel. Sie dringen nachweislich durch verschlossene Fenster ein, wirklich! Da muss irgendwo eine 0,2 Nanometer große Ritze sein oder sie fliegen unter dem Klimaanlageschlauch durch. Und wer hat eigentlich diesen Mist erfunden, dass Mücken erst am Ende des Sommers saugen, weil sie das Menschenblut für das Ausbrüten ihrer Eier brauchen? Welcher Konrad-Lorenz-Superbesserwisser-Verhaltensforscherspinner hat diese Legende in die Welt gesetzt, die Menschen wie mich in falsche Sicherheit wiegt? Alles Quatsch! Die saugen aus purer Lust an der Freud'. Und die saugen auch nicht einmal und dann ist fertig. Nein, die sind wie Säuglinge. Die schlürfen etwas, dann haben sie plötzlich keinen Appetit mehr, rülpsen erst mal und wollen lieber spielen statt trinken und dann haben sie auf einmal wieder Hunger und stechen noch mal. Ergebnis: Mein linkes Bein ist übersät mit kleinen ekligen Pusteln in Kniekehlen, am Fuß, am Bein, vornehmlich im Wadenbereich. Hinzu kommt, dass man ja bei dieser elenden Hitze auch nicht mehr weiß, ob es juckt, weil überall Schweiß aus den Poren kommt, oder ob das der neueste Anschlag von Monster Skito ist. Überhaupt jucken Mückenstiche im Sommer viel mehr als im Winter. Und wer hat eigentlich den Mist erfunden, dass Mückenstiche nicht jucken, wenn man 24 Stunden lang Übermenschliches leistet und heldenhaft wie ein Iron Man aufs Kratzen verzichtet oder die Stiche mit Seife einreibt? Alles Quatsch.
Was? Juckt euch alles nicht? In Deutschland gibt es jetzt noch keine Mücken? Na, vielen Dank!
Also Themawechsel. Passend zur Hitze bin ich jetzt in einem Hauskreis mit lauter Afrikanern gelandet, die sich in einem Wohnheimzimmer der Universität für Pharmazeutik treffen. Wenn die kleine Ruby (Tochter des Simbabwers Martin) mal nicht kräht wie eine Trillerpfeife mit kaputter Kugel, dann kann man auch ganz gut hören, was die Geschwister im Herrn aus Gabun, Kamerun, Simbabwe und Sambia zu erzählen haben. Ich finde es natürlich grandios, dass das Leben mich auf so einen Hauskreis durch 18 Monate Westafrika vorzubereiten wusste. So fällt mir die Integration in diesen speziellen Kreis, in den sich immer wieder Afro-Französisch einschleicht, obwohl offiziell in Englisch getagt wird, natürlich nur halb so schwer. Und an Zufall glauben, wie ich gerade las, ja nur Ignoranten.
Viel los diese Woche: Gestern haben mir Kollegin Katja und ihr Freund Gerald, soeben von wichtigen Treffen in Deutschland zurück, geholfen einen Gutschein einzulösen, den ich erhielt, als Liu Chao im ausstellenden Restaurant in meinem hilfreichen Beisein ihre Energiekrise bekämpft hat. Dadurch, dass wir 100 Yuan Verzehrkosten überschreiten, werden uns nun 50 Yuan erlassen. Am Ende zahle ich aber trotzdem über hundert Yuan. Wo ist da denn nun die Ersparnis? Naja, und morgen geht's zu einer Gartenparty, zu der Ex-Mitschüler Karl von B. geladen hat. Ich freue mich schon auf Fußball mit den Kindern im Garten.
Mittags habe ich mit einer Kollegin zu Mittag gegessen. Sie fühlt sich manchmal ein bisschen marginalisiert in der Gruppe der Lehrer. Da gibt es auch Irritationen über Fachbücher, die, ohne sie zu konsultieren, angeschafft wurden - kleine Kompetenzrangeleien wie wohl in jeder "Firma". Anlass unserer Zusammenkunft war die Auswahl von sieben Studenten-Kurzgeschichten für einen Verlags-Wettbewerb, darunter so verheißungsvolle Titel wie "Di-Da-Di" (Platz 6 für den originellen Mobiltelefon-Krimi), "Eine Klingel in der Nacht" (eine Gruselgeschichte, Platz 5) oder "Huzi" (1. Platz). "Huzi" ist die Geschichte eines alten Mannes, dessen Hund Huzi gestorben ist und der sich vereinsamt fühlt, nachdem seine Frau gestorben ist und er auch von Sohn und Schwiegertochter nicht so richtig willkommen geheißen wird. Nach Auskunft der Autorin musste sie selbst beim Schreiben weinen (oder fast), denn es handle sich um eine wahre Geschichte.
Ja, auch ich breche viel lieber in Tränen aus wegen einer bewegenden Geschichte als wegen desaströser Grammatik. Das ist aber auch bei den Aufsätzen, die ich im Rahmen der Zwischenprüfungswoche diese Woche schreiben ließ und heute korrigiere, zusehends weniger der Fall. Auch die Klausur zur "Zeitungslektüre" (brandaktuelles Thema: Klinsmanns Rauswurf; im März haben wir noch ein Interview mit dem optimistischen Bayern-Trainer behandelt, welche Dramaturgie!) ist gut ausgefallen. Da sind schon einige Fortschritte zu ... Siehst du, jetzt hat sie mich erwischt: Diesen Stich auf der Innenseite des linken Unterschenkels hatte ich doch eben noch nicht, oder? Und warum eigentlich immer links?

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