Internationales Gartenfest
Karls früherer Kollege Michael ist auch eingeladen zur Garten-Party und nimmt mich freundlicherweise mit. Er holt mich am „John-Rabe-Haus“ ab. (Der deutsche Held von 1937 ist ja mittlerweile auch in Deutschland ein Begriff; der unlängst verliehenen Lola (Deutscher Filmpreis) sei Dank.) Mit seinem schwarzen Passat, chinesische Variante, wartet Michael bereits, als ich am Eingang des kleinen Museums eintreffe. Vorher habe ich rasch für die vier Kinder ein paar Schoko-Tüten eingekauft und dabei noch 30 Yuan gespart, wieso, weiß ich auch nicht so genau. Das Grillfest im Garten von Karls Villa erweist sich dann als hochgradig international. Außer den drei Chinesen Michael, seiner Frau Linda und deren Tochter Jenny, die bereits weitgehend akzentfrei Englisch spricht, finden sich lauter internationale Paare ein. Man kommt sich vor wie beim Grand Prix de la chanson: Italien, Dänemark, Tschechien, England, die Philippinen und natürlich die USA sind neben Deutschland vertreten, weil Liebe angeblich ja keine Ländergrenzen kennt... Etwa zwanzig Kinder tollen in Haus und Garten herum. Karl und Charlotte haben ein großes Trampolin gekauft, das zieht auch an anderen Tagen die ganze Nachbarschaft an. Die meisten Gäste sind übrigens auch Nachbarn. Alle leben sie in dieser Wohnkolonie, die fast ausschließlich von so genannten ausländischen Fachkräften besiedelt wird. Die deutsche Ärztin Rita gibt mir ein paar Tipps, wie man sich gegen Mücken wehren kann. Ich glaube nicht, dass es hilft.
Zum Fußball im Garten kommt es auch noch. Ich versuche mich als Torwart und kassiere ein Ding nach dem anderen. Allerdings geht es ja hier nicht um die Wurst, die ist schon vertilgt. Zum Glück war ich vorausschauend genug, noch ein Extra-Hemd mitzubringen, denn man schwitzt bei den 33 Grad, die wir heute haben, schon im Sitzen.