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Freitag, 22. Mai 2009

Fortbildung Landeskunde
Von DM, 23:59

Dr. Dagmar Giersberg reist als Gast des Goethe-Instituts Peking durch China und unterweist im Rahmen einer Fortbildung Deutsch-Lehrer - heute Nachmittag uns in Nanjing - in Methoden des innovativen Landeskundeunterrichts. Viele Deutsch-Lehrer(innen), einige ehemalige Studenten, eine Mittelschullehrerin auch aus der Nachbarprovinz Zhejiang sind neben Kollegen des Instituts aufmerksame Zuhörer und Mitmacher in der abwechslungsreichen Werkstatt. Natürlich geht es immer wieder auch um kulturelle Unterschiede und Vorurteile. Am interessantesten die Antworten der Kollegen, die meisten mit Deutschland-Erfahrungen, auf die Frage nach typischen Unterschieden zwischen Deutschland und China. Hier einige Aussagen (aus dem Gedächtnis zitiert):
"Ich dachte, als ich in der Stadt [Passau] auf die Straße hinaussah, das ist so schön; bisher dachte ich, so was gibt es nur auf Bildern, aber hier konnte ich sehen, dass diese Bilder ja Vorlagen in der Wirklichkeit haben."
"Mir fiel auf, dass Deutsche kinderfeindlich sind. Sie müssen immer leise sein und wenn sie sich nicht richtig verhalten, wird gleich geschimpft."
"Deutsche Autofahrer sind so aggressiv."
"Deutsche sind so ungeduldig. Aber das ist normal. Chinesen gibt es so viele, wenn die alle so ungeduldig wären, könnte das Leben nicht funktionieren. Sie müssen also mehr Geduld haben." - "Aber beim Einsteigen in den Bus, da sind die Chinesen viel ungeduldiger." - "Das hat nichts mit Ungeduld zu tun, sondern mit Erziehung. Chinesen sind in diesem Fall nicht zur Ordnung erzogen wie Deutsche."
"In Deutschland ist das Individuum viel wichtiger. Deutsche sind irgendwie viel unabhängiger. Das ist bewundernswert."
"In China gibt es so ein Grund-Flirren. Am meisten vermisse ich Ruhe. Mal eine Klassik-CD auflegen und nichts anderes hören, das geht in China nicht, irgendein Straßengeräusch kommt immer dazwischen."
Um sechs geht es nach Hause und dann gleich weiter. Auf dem Weg zum Bibelkreis treffe ich eine der Teilnehmerinnen der Fortbildung, die Dame aus Zhejiang, in der U-Bahn, muss mich aber nach zwei Stationen verabschieden.
Ich weiß wieder nicht, wo der Bibelkreis tagt, und klopfe einfach an eine Tür, hinter der Stimmen hörbar sind. In dem Wohnheimzimmer, in das ich hereingebeten werde, rasiert ein Afrikaner dem anderen gerade den Schädel kahl. Gewissermaßen auch so'ne Art Lektion in Landeskunde. Der Barbier weiß immerhin, wo die Bibelstunde ist, und lotst mich ans Ziel ein Stockwerk tiefer.

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