Picknick

Heute nach dem GoDi von NICF gibt es ein Picknick in einem Park nahe des Xuanwu-Sees. Ich habe Echo alias Danyu ins Foyer bestellt, die aus Chicago zurück ist und sich sogleich per E-Mail gemeldet hat. Zum Picknick sind nämlich auch Inländer zugelassen (zum GoDi bekanntlich nicht - wegen religiöser Propaganda). Diesmal ist die exzentrische Autorin zehn Minuten zu früh und beklagt sich, ich hätte das ja schlecht beschrieben. Mit Bussen geht es in den Park. Danyu kann sich bei einer Chinesin, die neben uns sitzt, erkundigen, wie sinnvoll es ist, einen Amerikaner zu heiraten. Immerhin kann sie als Frau eines Ausländers jeden GoDi besuchen und so viele Kinder in die Welt setzen, wie sie will; dafür fällt das Streiten schwerer, weil einem in der Fremdsprache nicht so schnell die richtigen ... Worte einfallen. Danyu weiß immer noch nicht recht, ob sie ihren fast sieben Jahre jüngeren boy-friend heiraten (Antrag liegt vor) oder abservieren soll. Anscheinend hat er ihr auch eine Szene gemacht, als sie ihm letzte Woche eröffnete, dass sie Chicago definitiv verlassen und ihr Studium dort abbrechen werde. Ich, dessen Lebensweisheit bekanntlich über jeden Zweifel erhaben ist, gebe ihr den Rat, ein Jahr der Trennung verstreichen zu lassen. Wenn er sie dann immer noch heiraten wolle, könne sie ja noch mal neu darüber nachdenken. Es lebe die Seifenoper, deren Hauptfigur man nicht selbst ist!
Zum Abschluss gibt es ein Fußballspiel, bei dem meine Mannschaft 3:0 verliert. Anschließend auf dem Weg zum Bus muss ich mir mal wieder anhören, ich sei ja kein Gentleman, weil ich einfach ohne Danyu aufgebrochen sei. Wenn ein Mann mit einer Frau irgendwohin gehe, meint sie, müsse er beim Aufbruch auf sie warten. Ich sage: In der Bibel steht nirgendwo was von Gentleman-sein-Müssen. Kann aber auch sein, dass der Clooney-Effekt (siehe Foto) mich bisschen arrogant gemacht hat.