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Montag, 25. Mai 2009

Innerhalb und außerhalb des Klassenraums
Von DM, 23:59

Die Bachelor-Arbeiten, mit denen ich in den letzten Wochen als Erstgutachter ein zweifelhaftes Vergnügen hatte und die heute Grundlage einer Art Disputation sind (drei Professoren fragen, sechs Studenten antworten), sind im Grunde eine Farce, da die Note pauschal nach dem Ende des mündlichen Prüf-Gesprächs vergeben wird. Arithmetik spielt dabei kaum eine Rolle, was man schon daran sieht, dass ich für die von mir betreuten Studenten gar keine Note zu Protokoll geben muss. Sie sitzen auch nicht in meiner Disputations-Gruppe. In der Notenkonferenz wird in erster Linie verhandelt, wer besser als wer war, und im Wesentlichen steht diese Rangliste schon vorher fest, d.h., wer vorher eine Lusche war, bekommt jetzt auch keine bessere Note. Lusche bleibt ja auch meist Lusche. Erschwerend hinzu kommt, dass ein Gutachter gerade in Deutschland ist, da ist das mit dem Begutachten so'ne Sache. Naja, wo gehobelt wird, fallen Späne. Und insgesamt werden die Noten schon stimmen...
Im Anschluss an Disputation und Notenkonferenz brechen wir gegen sieben Uhr abends auf zur Abschlussfeier in einem rustikalen Restaurant in Uni-Nähe. Rustikal, d. h. etwas weniger gesittet, als der Unterricht gemeinhin abläuft, verläuft dann auch das gesellige Miteinander. Ziel der Runde ist im Grunde ein Fundamentalbesäufnis oder die Lösung der Frage: Trinkt Student Prof unter den Tisch oder umgekehrt? Ich betätige mich als Spaßbremse und bremse das Ansinnen, mich zu einem Bier-Schälchen (!) zu überreden, mit den vergleichsweise humorlos vorgetragenen Worten aus: "Glaub mir, das haben schon ganz andere versucht." Die Erfolgschance sei mit null noch hoch eingeschätzt. Der Kollege, der neben mir sitzt, meint, ich hätte es gut. Als Ausländer drohe mir ja kein Gesichtsverlust, wenn ich Alkohol verweigerte.
Nach zwei Stunden, als ich nämlich so vollgestopft bin mit Leckereien (die es auch gab), dass kein Pfefferminzblättchen mehr rein geht, breche ich auf. Student "Jan" beklagt sich bereits leicht delirierend: "Herr Mehrens, mit Ihnen macht das überhaupt keinen Spaß!" Ich repliziere: "Ja, ich geh' ja jetzt, dann können Sie viel mehr Spaß haben!" Bierernst ist das natürlich nicht zu nehmen.
Mit nach Hause genommen habe ich das Bild der glühenden Studentin "Lea", die eigentlich eine der Besten ist. Sie hatte schon am Anfang so einen roten Kopf, dass ich dachte: Wieso ist die so rot, hat die 'n Sonnenbrand? Aber heute ist es doch ganz bedeckt! Wirklich, der Kopf sah aus, dass man glauben musste, gleich gibt's 'ne Explosion. Aber kurz danach war sie auf einmal ganz blass und kriegte kaum noch ein Augenlid hochgezogen. Angeblich hat Bier diese Wirkung hervorgerufen. Was lernen wir daraus? Es gibt Intelligenz innerhalb und außerhalb des Klassenraums.

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