Ein Nachmittag im Olympiazentrum
Die Gemeinde hat eingeladen, und zwar alle nicht verheirateten Mitglieder und Besucher. Leider habe ich die Uhrzeit vergessen, wann das Treffen beginnen sollte. Als ich mittags in dem eigens dafür gebuchten Hotel ankomme, ist das Seminar schon halb vorbei. Ich bekomme aber trotzdem etwas zu essen. Nachmittags gibt es noch ein Video und gruppendynamische Sitzungen. Zwar hat man mir versichert, für überzeugte Alm-Öhis sei das Treffen auch geeignet. Trotzdem geht es aber am Ende doch nur ums Heiraten. Ich hätte erwartet, dass man wenigstens mal kurz am Rande deutlich macht, dass Paulus da ja ganz andere Schwerpunkte gesetzt hat und Heiraten laut 1. Korintherbrief eigentlich mehr so eine Art Notlösung für Schwächlinge ist, aber das ist in einer mehrheitlich aus Afrikanern zusammengesetzten Gruppe wohl nicht so vermittelbar. Ich erspare mir also den Hinweis. Man will ja auch nicht als Spielverderber gelten.
Auch am Nachmittag spiele ich wacker mit. Denn es gibt auf einem Spielfeld im nahe gelegenen Olympiazentrum (nein, Nanjing ist nicht Olympiastadt, aber es klingt halt besser), einem Feld mit echtem grünem Rasen, ein Fußballspiel, bei dem ich meine beiden hochkarätigen Chancen vergebe. Besonders die Steilvorlage von Kelvin aus Kenia hätte eigentlich ein Tor sein müssen! Aber bei dreißig Grad im Schatten kann ich nun mal nicht zu Höchstform auflaufen.