Trabbi-Witz
Cathy wird heute im Park während der Sprach-Etüde total von Mücken zerstochen. Ich habe Autan aufgetragen. Das treibt alle Angriffe zu ihr. Die Gewitterluft macht die Mücken aggressiv. Am Ende ziehen wir mit einem Umweg über einen Uhrmacher und einen Eisladen weiter zu Hillsons Englisch-Party, obwohl Cathy nicht müde wird zu betonen, dass Hillson alle Mädchen in die Flucht treibe, weil er nicht gut in Konversation sei. Dafür kommen wir dann ja endlich und reißen Hillson gemeinsam mit vier weiteren Gästen aus der Lethargie. (Hillson liegt ausgestreckt auf dem Sofa des Blue-Gulf-Restaurants, als wir eintreffen.) Das Thema ist heute: mein Lieblings-Film-Dialog. Hillson liest aus „Forrest Gump“ vor. Ich kann mein Zitat aus „Zwei glorreiche Halunken“ („Du digge Sau, wenn man dich abknallt, gibt's 'n Fettfleck und 's macht nicht mal viel Krach!“) leider nur auf Deutsch rezitieren, was die Wirkung natürlich mindert.
Der Weg zum Uhrmacher hat übrigens eine Vorgeschichte: Ich musste meine Uhr letzte Woche reparieren lassen: neue Batterie, neues Rädchen. Aber zwei Tage nach der Reparatur war sie schon wieder kaputt. Ich also wieder hin. Ein Teil wird ausgetauscht für noch mal 50 Yuan. Insgesamt 80 Yuan. Cathy beschwert sich: Das sei ja viel zu teuer, und fängt einen Streit mit dem Uhrmacher an, dem ich nicht folgen kann. Mir fällt dafür der Witz vom voll getankten Trabbi ein, der seinen Wert verdoppelt. Für die Reparaturkosten hätte ich mir vier neue Uhren kaufen können. Aber ich brauche eben meine Datumsanzeige. Und ist nicht so eine Armbanduhr letztlich fast so etwas wie ein treues Haustier? Das kann man auch nicht einfach so entsorgen, wenn es nicht mehr richtig will.