"FC B" im Pech!
Statt Unterricht: Prüfung! Am Vormittag fährt mich und einige andere ausländische Kollegen ein Sonderbus in die Fremdsprachenmittelschule, wo vier Kandidaten sich einem Test zur direkten Zulassung zu einem Germanistikstudium an unserer Universität stellen müssen. Die zwei Besten kommen weiter, die anderen scheiden aus. Im Lehrerzimmer, wo ich vor der Prüfung mit meiner chinesischen Kollegin Platz nehme, gibt es bergeweise Obst und Joghurt zum Frühstück und so ganz nebenbei werden uns Aufwandsentschädigungen ausgehändigt, die Scheine diskret im Umschlag. Die schriftliche Prüfung habe ich entworfen. Sie ist am Ende entscheidend, da sich mündlich alle ungefähr gleich gut schlagen. Der einzige männliche Teilnehmer gibt sich als Fan des FC Bayern München zu erkennen; das gibt natürlich Sonderpunkte im Bereich Landeskunde, weil er damit zeigt, dass er weiß, wer die beste deutsche Fußballannschaft ist.
Aufpasser sorgen dafür, dass wir Prüfer uns nicht absprechen und separat zu Ergebnissen kommen: China lernt dazu. Mir ist das nur recht. Getrennt haben wir daber beide schon die beste Kandidatin ermittelt, nur bei Platz zwei weichen wir voneinander ab. Nach einem von der Schule spendierten Mittagessen im Restaurant gegenüber korrigieren ich die versiegelten Prüfungen in unserem Institutsbüro. Die Namen sind weggeweißt, damit man unbefangen urteilt; aber es ist natürlich trotzdem nicht schwer zu erkennen, wer der FC Bayern-Fan ist. Es ist aber nichts zu machen: Zwei der Mädchen haben einen besseren Aufsatz geschrieben.