Gleich rechts und dann die erste links!
Heute ist der erste Tag der Pekinger Konferenz für Deutschdozenten in China, organisiert vom Akademischen Austauschdienst. Ich reise mit dem Flugzeug an. Ich habe mir fest vorgenommen, diesmal gar nicht erst Hektik aufkommen zu lassen. Und vor allem werde ich mir in Zhonghuamen kein 100-Yuan-Taxi aufschwatzen lassen. Ich werde warten, bis das Sammeltaxi voll ist und werde nur die üblichen 25 Yuan bezahlen, obwohl ich eben an der Metro-Station auf der falschen Seite ausgestiegen und 15 Minuten in die falsche Richtung gelaufen bin. Ich schwitze trotz des leichten Gepäcks und habe jetzt nur 100 Minuten bis zum Abflug. Wann mein Flug gehe, fragt mich der Chauffeur. Ich weiß genau: Wenn ich jetzt die Abflugszeit um 16 Uhr nenne, macht der mich nervös und schwatzt mir den Direkt-Transfer für 100 Yuan auf. Also sage ich in gespielter Seelenruhe: „Ist noch Zeit!“, sitze fünfzehn weitere Minuten auf heißen Kohlen, bis sich endlich drei weitere Fahrgäste eingestellt haben, und dann hebt das Taxi zum Glück ab und mein Gepoker zahlt sich aus: Ich habe noch 45 Minuten bis zum Abflug und da ich kein Gepäck aufgebe, geht alles ganz schnell. In Peking nehme ich den Flughafenbus, steige richtig aus, gehe in die richtige Richtung und komme rechtzeitig zum Abendessen an. Dann geht aber doch noch was schief: Nachdem ich bei meinem Zimmerkollegen, dem YUST-Lehrer Albert, eingezogen bin, sind plötzlich unten in der Halle keine Leute mehr. Ein älterer Herr, Deutschlehrer in Ulan-Bator, hat dasselbe Problem; wir tun uns zusammen. Er hat eine Telefonnummer der Organisatoren. Leider ist eine Frau dran. Frauen können keine Wege beschreiben, es sei denn, sie haben überdurchschnittlich viele männliche Gene. Das zeigt sich auch diesmal wieder: Wir gehen in die total falsche Richtung, bis endlich Christopher, von der Pekinger Organisationsmannschaft der Konferenz, anruft und uns mit der Hälfte der Worte in die richtige Richtung lotst. Die Dame vom ersten Anruf war selbstkritisch genug, ihn unsere Nummer anrufen zu lassen. Unterwegs holen wir noch die Kollegin Choj aus Schanghai, eine junge Mutter mit Kinderwagen, und weitere Versprengte ein. Im Restaurant gibt es für uns Zu-spät-Kommer einen Extratisch. Da ist auch weniger blauer Dunst.