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Donnerstag, 26. November 2009

Schnecken in pikanter Soße
Von DM, 23:59

Das Mittagessen lasse ich immer ausfallen. Meinem Dehn- und Streckmagen reicht ja eine üppige Mahlzeit am Tag. Ursula, die zweite Konferenzteilnehmerin aus meiner früheren Uni YUST, macht sich schon Sorgen. Dazu ist kein Grund. Nachdem ich gestern mit ihrem Chef bin ich heute mit Christina und Silvia alias Chunji (siehe sin-o-meter-Eintrag vom 5. Oktober) verabredet. Ich bin fast pünktlich, doch an der riesigen U-Bahnstation Xidan verliere ich die Orientierung. Chunji ist am Mobiltelefon und eigentlich weiß ich auch, wo sie steht, aber nachts sind bekanntlich alle Straßen grau. Und irgendwie muss eine von den vier Fußgängerbrücken hier über der Hauptstraße neu sein. Ich bin dann doch noch halbwegs pünktlich, das ist auch gut so. Denn Chunji war die letzten vier Tage krank, da soll man ja nicht so lange in der Kälte herumstehen.Christina hat ein vornehmes Restaurant in der Nähe ausgesucht und da trudeln wir dann via Fahrstuhl ein. Christina diagnostiziert mir mit dem ihr eigenen Charme, dass die Jahre nicht spurlos an mir vorüber gegangen seien, seit ich sie bei ihrer Abschlussfeier 2004 zum letzten Mal gesehen habe. Sie selbst sieht besser aus denn je, damenhafter, das Kassengestell von eins ist einer Designer-Brille gewichen (soweit ich das beurteilen kann). Und Heiratspläne haben beide auch schon, also nicht nur Heiratspläne, sondern auch den dazu passenden Mann: Nächstes Jahr und übernächstes Jahr soll geheiratet werden. Sogar ein Wohnungskauf in der Nähe der neuen U-Bahn ist bei Christina schon so gut wie unter Dach und Fach. Der Mann scheint eine gute Partie zu sein: „Er behandelt mich gut“, erklärt Christina mit Silberblick. Also, die teurere Brille und die elegantere Kleidung scheinen gewirkt zu haben. Christina gelingt es dank ihrer Beredsamkeit sogar, mich dazu zu bewegen, eine der Schnecken zu probieren, die sie mir als Köstlichkeit anpreist und die sie vor meinen Augen geschickt mit einer Spezialzange aus dem Häuschen holt, dann in zwei Teile zerfetzt - den unteren, schwarzen Teil (das sind wohl die Gedärme), den könne man nicht essen - und dann eine nach der anderen genüsslich verspeist. Chunjji und ich ahmen also die geschickten Handgriffe nach und probieren auch eine Schnecke, aber es bleibt dann auch bei der jeweils einen. Nebenbei lerne ich das Idiom "man de xiang woniu yiyang" ("lahm wie eine Schnecke") und so esse ich auch. Das Tier schmeckt eigentlich nur nach der Sauce, in der es an- bzw. zu- oder auch hingerichtet wurde.

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