Die widerwärtige Welt der Viren
Genau genommen bin ich seit meiner Rückkehr aus dem sonnigen Süden pausenlos krank; das war 2004 im Februar genauso. Damals kam ich aus Hongkong in die Provinz Jilin zurück. Temperaturdifferenz: ca. 25 Grad. Ähnlich ist es jetzt hier. Heute haben wir um die fünf Grad, Regen. Der soll noch ungefähr zehn Tage anhalten. Der März ist hier meistens so. Die Folge: In meiner Nase befindet sich mehr grüner Schleim als Chlorophyll in einer Frühlingswiese. Am Wochenende war es besonders schlimm. Da kam noch eine Magenverstimmung dazu. Und immer das Geschwitze nachts, ich wache jede Nacht einmal klatschnass auf und kann mir das Wasser vom Arm streichen. Das nervt nur noch!
Außerdem fielen Telefon und Internet, wenn auch aus verschiedenen Gründen, gleichzeitig aus. (Ich weiß also erst seit heute, dass der FC B neuer Tabellenführer ist!!!) Und mein Vokabelheft, lebenswichtiger Lernstoff, ist auch unauffindbar! Und ich hab' mir, des Essens wegen anhaltender Appetitlosigkeit entwöhnt, auf die Zunge gebissen. Hat geblutet wie'n Schwein im Schlachthof. Also: War nicht so meine Woche...
Unerklärlicherweise bin ich aber zum Unterrichtsbeginn immer rechtzeitig wieder in Form (so auch 2004)! Das muss alles psychosomatisch sein! Seit Montag ist nun endlich wieder Unterricht. Das ist die beste Therapie, auch wenn ich krächze wie ein abgedrehter Hahn! Da ich ja auch schon etwas krank war, als ich die Studenten bei den Prüfungen im Januar letztmals sah, wirkt das jetzt ein bisschen komisch. Chen Dong alias Eva fragte auch schon, wie lange ich denn nun schon krank sei. Ich: "6 Wochen!" Jetzt noch etwas Husten und Halsweh, aber wenn ich den morgigen Unterrichtstag überstehe, woran ja niemand ernsthaft zweifelt, ist auch schon wieder fast Wochenende, da sich meine 12 Stunden auf drei Tage verteilen. Nur der Dienstag, also heute, ist hart, weil ich um acht Uhr morgens die erste und um 17 Uhr abends die letzte Unterrichtsstunde habe. Die vier Freistunden über Mittag habe ich genutzt, um nach Hause zu fahren. Ich musste schließlich im zuständigen Büro dringend mal die Sache mit dem Internet klären. Und wie man sieht, ist dieses Problem jedenfalls aus der Welt.