Bären können fliegen
Leider haben mich ja meine treu sorgenden Viren davon abgehalten, mich persönlich von meiner Spanisch-Tutorin Constanza zu verabschieden, die erst mit ihrem Máximo Líder durch Tibet getourt ist und dann ihre Zelte in Nanjing abgebrochen hat. Aber nun meldet sie sich per E-Post zurück und schickt auch gleich ein Foto mit, das in diesem Eintrag freilich einen Anachronismus darstellt, denn es handelt sich um eine Aufnahme von der Weihnachtsfeier am 23. Dezember, über die hier im sin-o-meter unter der Überschrift Maximo und Magendrücken mehr zu lesen ist.

Fast zeitgleich meldet sich die junge Autorin Lu Min, die im Mai mit einem Künstler-Stipendium nach Göttingen geht und deren Kurzgeschichte "Tod an der Kreuzung" ich gerade in der chinesischen Kurzgeschichten-Anthologie "Unterwegs" gelesen habe, die ich jedem Prosa- oder China-Interessierten nur wärmstens empfehlen kann! Im Gegensatz zu den spröden und notorisch unaufgeregten Erzählungen, die einem zeitgenössische deutsche Autoren ständig zumuten, hält man hier noch ein Buch in der Hand, in dem auch tatsächlich etwas passiert: Bären können fliegen, ein korrupter Beamter versteckt sich im Bauch einer Prostituierten, Wanderarbeiter verschwinden spurlos beim Bau einer Autobahnbrücke und ein halbseitig Gelähmter segelt zusammen mit einer dicken Frau durch die Luft, nachdem der Gasbehälter einer Stickstoffdüngerfabrik explodiert ist. Die etwas andere Oster-Überraschung!