Ostern
Auch ich kann hier im nicht-christlichen China zwei Tage lang Ostern feiern, weil morgen wegen des chinesischen Totenfestes zufällig auch frei ist. Mein Ostermontag sozusagen. Mit sonnigen 18 Grad und hellgrüner Frühlingsbelaubung stimmt auch das Ambiente.
Ich komme soeben von einem gemeinsamen Abendessen mit der Papierschneidekünstlerin Yuan Guan (unteres Bild rechts), Katja (oberes Bild, Mitte) und ihren beiden Männern (sin-o-meter berichtete). Katjas Freund, der Pharmazeut, hat eingeladen. Hierbei handelt es sich um eine kleine Verschwörung, damit die Künstlerin, die uns eigentlich erneut alle einladen wollte, nicht schon wieder die Zeche zahlt. Als sie von der Kasse kommt, ist sie konsterniert: alles schon bezahlt!
Yuan Guan hat mich im Park getroffen, wo ich lesend den Nachmittag verbracht habe. Katja & Co. sind wegen einer Fahrradpanne verspätet. Wir gehen ihnen zur kleinen Tempelanlage am Südtor der Stadtmauer entgegen. Dort pese ich die Treppen rauf und runter, weil ich dem Torwächter gesagt habe, dass ich nur nach Freunden suche und also keinen Eintritt zahlen will, aber Katja & Co. sind inzwischen ganz woanders. Am Ende finden wir uns doch noch, posieren vor dem Tempel für ein Foto und haben uns das Oster-Abendessen in dem vornehmen Laden nahe der Stadtbibliothek redlich verdient.

Im GoDi heute Morgen war es fast schon wie in Großenaspe: Mit Karl, seiner Frau und den vier Kindern, die für den Nachmittag eine Fahrradtour geplant haben, hätte man sich ja vielleicht auch in Großenaspe am Kirchenportal unterhalten. Außerdem traf ich Pierre, einen Pharmazie-Forschenden aus Guinea. Na, der hat gestaunt, wie gut ich über sein Land Bescheid wusste!
Am schönsten war natürlich gestern der Sieg gegen Schalke. Die beiden bayerischen Ostereier im Schalke-Tor werden sicher nicht jedem so süß gemundet haben wie mir...
Gestern Vormittag habe ich mit meinem Hauskreis für ein Theaterstück geprobt, das wir nächsten Sonntag aufführen sollen. Das wird sicher lustig. Die Proben sind's auch schon: mein Pullover als Huhn!...
In der Nacht zuvor hat sich die arme Danyu bei mir ausgeheult, weil ihr deutscher Sprachpartner sie verführen wollte. Und sie weiß ja, dass sie sich als Christin auf so was nicht einlassen kann. Also ist sie in Panik weggelaufen und war danach total durch den Wind. Da machst was mit!