Künstlerische Fantasie
Eine Reihe von Kulturmittlern trifft sich heute in der Bar "Secco", um sich über verschiedene Möglichkeiten der Vernetzung auszutauschen. Neben Goethe ist auch Evas Flugzeugbekanntschaft, ein ehemaliger Schulleiter, mit dabei, der hier in Nanjing in ertragreicher Pionierarbeit eine private deutsche Schule aufbaut. Ich habe ihn vorher auch schon im GoDi getroffen. Das Gespräch ist leidlich interessant. Etwas hellhöriger werde ich, als Katja mir mal eben ganz nebenbei eröffnet, die Mutter von Yuan Guan, der Papierkünstlerin, die an derselben Uni tätig ist wie Katja, habe sich in einem Gespräch rein privater Natur über meine Heiratsabsichten erkundigt. Ich bin mal wieder völlig gefasst und tue so, als hätte Katja mir gerade von ihren Urlaubsplänen erzählt, will dann aber doch wissen, was ich falsch gemacht habe, um auch nur die Spur eines solchen Gedanken aufkommen zu lassen. Katja kann mich beruhigen: "Gar nichts hast du falsch g'macht. Die Yuan Guan, die ist halt a Künstlerin. Die hat viel Fantasie!" Katja versichert mir, sie habe in meinem Sinne nicht den geringsten Zweifel daran gelassen, dass sie sich überhaupt niemanden vorstellen könne, der noch weniger Heiratspläne habe als ich. Vielen Dank, sage ich.