Jetzt fahr'n wir über'n See...

Mit Liu Chao hat's ja nicht mehr gereicht zu einem Ausflug mit dem Boot über den Xuanwu-See. Sie verbrachte ihren letzten Tag, also Mittwoch, lieber damit, mich in dem beliebten Würfelspiel "Der große Wurf" zu demoralisieren. Dafür schippere ich heute mit Xiao Li über den See. Allerdings ist der Andrang gewaltig. Heute ist der Nationalfeiertag und alle wollen übern See. Wir stehen fast eine Stunde vor dem Fahrkartenhäuschen an. Außerdem gibt es noch Chaos mit denen, die nach der Schiffstour ihre Kaution zurückbekommen wollen. Das wird, ist klar, über denselben Schalter abgewickelt, aber dafür will natürlich keiner mehr Schlange stehen. Apropos Schlangestehen: Vorm Damenklo ist die Schlange fast noch länger. Aber da muss Xiao Li zum Glück auch gar nicht hin. Sie hat schon im Boot Platz genommen. Fehlt nur noch der Steuermann: ich!
Und so fahr'n wir übern See – bis Xiao Li seekrank wird und mich ans rettende Ufer zurückbeordert. Von dort aus flanieren wir dann noch eine Weile am See entlang und essen den Geburtstagskuchen, den eigentlich ein Freund von ihr bekommen sollte, der freilich überraschend nach Hause gereist ist. Da man davon nicht so richtig satt wird, lassen wir den Tag ausklingen mit einem Reisgericht im Schnellrestaurant an der U-Bahn.
