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Sonntag, 10. Oktober 2010

Heinz und Jörg
Von DM, 23:59

Und ich sag' noch, das ist nicht Jörg! Letzte Woche nach dem GoDi habe ich es ihr gesagt und heute, kurz bevor das Drama seinen Lauf nahm, noch mal: Nee, das ist ja nicht Jörg. Jörg ist sein Freund. Aber es ist im Foyer vor dem Gottesdienstraum im fünften Stock des Ramada-Hotels immer so voll mit Leuten und so laut, dass eine siebzigjährige Dame wie Ingrid aus Lübeck das schon mal nicht so ganz richtig mitkriegen kann.
Gehen wir noch mal eine Woche zurück: Da spricht mich ein Deutscher, den ich vor den Sommerferien bei einem Essen mit Michael und Linda (sin-o-meter berichtete am 3. Juli) kennen gelernt hatte, nach dem GoDi an und fragt mich: "Hast du schon das von Jörg gehört?" Ich: "Nee." Ich kenne übrigens auch gar keinen Jörg. "Der hat seine Frau verlassen!" Also Jörg ist wohl ein Kollege von Heinz, wir nennen ihn jetzt einfach mal Heinz, und Jörgs Familie ist wohl in Deutschland. Heinz' Familie auch, er reist in zwei Wochen auch ab, wenn die Arbeit in seiner Firma getan ist. Und er, also Jörg, hat jetzt eine chinesische Freundin, für die er seine Frau verlassen hat. Und Kinder. Also, die Kinder hat er auch verlassen. Dafür, meint Heinz, solle ich mal beten. Heinz hat das Schicksal von Jörg sichtlich mitgenommen. Er selbst muss dann aber mal schnell los. In dem Moment tritt Ingrid aus Lübeck auf den Plan. Sie hat nur die Hälfte mitgekriegt, was von Trennung und Beten, und schon fordert sie mich auf, für den Mann zu beten, den sie natürlich erst recht nicht kennt. Wir beten also spontan für die Familie von Jörg, aber Ingrid denkt die ganze Zeit, wir beten für die Familie von Heinz! Und meine anderslautenden Erklärungen sind irgendwie an Ingrid aus Lübeck abgeprallt wie Regen von einem gewachsten Auto.
Ingrid hat übrigens eine bewegte Familiengeschichte: Sie verließ Deutschland einst und zog nach England, wo auch noch eine erwachsene Tochter von ihr lebt, die unter Anorexie leidet. Sie selbst ist heute als Englischlehrerin in Nanjing tätig und reist nur in den Ferien nach England.
So weit, so gut. Aber heute nach dem GoDi taucht Heinz wieder auf. Und ich frage, immer höflich und besorgt, nach Jörg. Ja, das sei immer noch ungeklärt. Plötzlich steht Ingrid wieder neben uns und will gleich wieder für die Familie beten.  Ich sag' noch mal ausdrücklich, dass wir ja jetzt für den Freund von Heinz beten wollen und nicht für Heinz, aber ich sage natürlich nicht Heinz, denn Heinz ist ja nur ein erfundener Name hier fürs sin-o-meter, ich weiß Heinz' wirklichen Namen gar nicht. Ich sage, wir beten für Jörg und bete dann auch für Jörg. Ich merke aber, dass Ingrid immer noch denkt, dass Heinz Jörg ist, also der Mann, der seine Frau verlassen hat. Ich hoffe insgeheim, dass das Missverständnis in dem Lärm hier im Foyer untergeht, aber als dann Ingrid nach dem Beten zu Heinz sagt: "Wir hoffen, dass Gott dich wieder zurückbringt auf den rechten Weg!", da raufe ich mir in Gedanken die Haare. Heinz schaut leicht irritiert und sagt etwa zeitgleich mit mir, dass er das ja nicht sei. Es gehe hier doch um Jörg. Ich versuche die Situation zu retten, indem ich erkläre: "Gott weiß schon, wer gemeint ist" Heinz versucht die Situation zu retten, indem er erklärt: "Ja, ist schon in Ordnung. Ich bin ja auch nicht frei von Versuchung." "Ja", stimme ich pauschal zu, "sind wir ja alle nicht!" Und Ingrid: "Ach so! Das tut mir leid, ich dachte..."
Geh sonntags in den Gottesdienst. Da erlebst du was!

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