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Samstag, 16. Oktober 2010

Grenzgänge zwischen Ost und West 4
Von DM, 23:59

Ich habe Studentin Youjin animiert, ihre B.A.-Arbeit über Thomes Buch zu schreiben. Sie trifft sich vormittags mit ihm zum Interview. Ich sehe den Künstler erst abends wieder. Gegen halb elf spazieren wir zur Nanjinger Universität, dem Lieblingstreffpunkt von Huang Fan. Was für eine entspannende Sache sich der kreative Kollege Huang Fan da wohl ausgedacht hat, fragt sich nicht nur Stephan Thome, frage auch ich mich, versichere aber im selben Atemzug, das werde schon mit rechten Dingen zugehen. Schließlich sei Huang Fan ein verheirateter Mann mit Frau und zwei Kindern. Was ist es, wo wir uns schließlich wiederfinden? Eine Kammer mit drei Liegen, Handtüchern und Weißzeug, in das wir uns hüllen müssen. Uns steht bevor: eine traditionelle chinesische Fußmassage, bezahlt von Huang Fan. Ein Herr und zwei Damen aus Sichuan, mit denen sich Stephan und Huang Fan der Lage der Dinge gemäß besser unterhalten können als ich, massieren, trätieren und pediküren uns also stundenlang. Am Ende bekommen wir noch einen Packen aufs Knie gepackt, der immer heißer und heißer wird. Wer der Masseuse zuerst sagt: "Nimm's weg!" verliert. Ich gewinne. Schließlich hatte ich als Kind schlechte Zähne; da wird man hart im Nehmen. Zwischendurch hat Huang Fan seine Frau am Mobiltelefon, die ich ja beim gemeinsamen Abendessen im letzten Semester kennen gelernt habe (sin-o-meter berichtete). Komisch, dass ich daraufhin kurz mit ihr sprechen muss. Wir haben uns ja nur einmal zum gemeinsamen familiären Abendessen getroffen. Fühlt sich fast so an, als müsste ich Huang Fans Alibi bestätigen. Und in der Tat. Als wir hernach noch kurz in einem Teehaus modernerer Machart einkehren und die beiden großen Jungs ihre Biere zischen, kommt's auch gleich raus: Huang Fan sagt zu Stephan, er sehe aus, als habe er mit Frauen viele Fehler gemacht. Er könne das aus seiner Lesung ableiten. Stephan mag's nicht bestreiten. Huang Fan bekennt dann auch noch gleich die eigene Schwäche. Er habe auch viele Fehler gemacht, er sei schwach. So genau wollten wir's nun auch wieder nicht wissen. Und wie hielte ich's mit diesem sensiblen Thema. Ich halte mich schön bedeckt. Man könne doch seine Zeit auch gut mit Büchern verbringen, erkläre ich, da gebe es keine Probleme. Kurzum, es wird Zeit aufzubrechen. Diesmal besteht Stephan darauf, die Zeche zu zahlen. Als wir wieder an der Uni sind, braucht er aber noch etwas Dosenbier fürs Hotelzimmer und besorgt sich selbiges in dem Laden um die Ecke. Künstler eben.

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