Vom Grill auf die Bowlingbahn
Ein gewisser Jeri, "Erziehungsberater", hat meinen Tennispartner Peter auf eine Grillparty eingeladen. Peter hat die Einladung an mich weitergeleitet, aber am frühen Nachmittag beginnt es zu regnen. Peter meldet sich per Telefon, er sagt, er habe in dem Park, wo der Grill angeschmissen werden sollte, niemanden angetroffen und wisse auch nicht, wo die alle hin sind. Er schlägt vor, gemeinsam mit einem Freund eine Bowlingbahn südlich vom Wutaishan-Stadion, wo ich immer joggen gehe, anzusteuern. Ich zögere, denn nachdem ich bei meinem letzten Auftritt auf einer Bowlingbahn anno 2005 in Yanji dank einer erstaunlichen Glücksträhne Studenten und Kollegen in Grund und Boden gebowlt hatte, nahm ich mir vor, auf diesem Höhepunkt meine Bowlingkarriere endgültig zu beenden; es konnte hernach ja einfach nur noch bergab gehen. Und so kommt es auch: Ich treffe die beiden Jungs unterm Regenschirm am Nordeingang zum Stadion und folge ihnen zur Bowlingbahn, wo ich sogleich Pudel auf Pudel werfe und in drei Runden dreimal auf dem letzten Platz lande. Peters Aufmunterungsversuche machen mich eher noch schlechter. Im ekligen Nieselregen verabschieden wir uns, nachdem die letzten Mandarinen vertilgt sind, bei anbrechender Dunkelheit an der Treppe zum Stadiongelände. Man muss es positiv sehen: Auch Boris hat ja bei seinem letzten Wimbledonauftritt nur drei Runden überlebt und ließ somit zu, dass ein Schatten auf frühere Glanztaten fiel. War doch mal eine nette Abwechslung. Dabei sein ist alles. Man kann nicht immer gewinnen. Dritter Platz ist doch auch ein Erfolg.
Ob ich wohl je erfahren werde, wer dieser Jeri ist?