WM mit Danyu
Ich hatte es Danyu versprochen: Irgendwann besuche ich sie in ihrem Zwei-Zimmer-Apartment, von dem sie mir schon so viel vorgeschwärmt hat. Mir passt dieser Mittwoch ganz gut. Denn heute spielt Deutschland gegen Ghana – gar nicht so einfach, sich allein bis zum Anpfiff wach zu halten. Danyu war lange nicht hier, in ihrem Künstler-Atelier, denn meistens wohnt sie ja bei ihren Eltern. Ganz schöner Luxus, ein eigenes Apartment, das gar nicht benutzt wird! Aber die Wohnung ist ja auch kurz vor der Auflösung, denn Danyus Vater wird sie nicht weiter bezahlen, wenn seine verwöhnte Tochter in Chicago studiert. Das Studium dort zu finanzieren ist ja auch nicht von Pappe. Danyu zeigt mir Bilder und ein Sammelalbum aus ihrer Jugendzeit, aus der Zeit, als, diese Geschichte wird sie auch nicht müde mir immer wieder aufzutischen, sie ihren ersten Kuss bekam. Sie war 14. Und der Kuss kam von ihrer Lehrerin, die sich in sie verliebt hatte. "She was my fist love! Very pure!" Dann klimpert sie mir was auf ihrem Klavier vor. Aber sie ist offenbar mächtig aus der Übung und gibt das auch unumwunden zu. Außerdem ist sie todmüde. Und Fußball interessiert sie auch gar nicht. Sie geht also ins Bett, als das Spiel anfängt. Das hätte ich auch zu Hause haben können! Immerhin: Deutschland gewinnt 1:0!
