Note und Elend
Heute steht also die gute Su während der Bibliotheks-Öffnungszeit reumütig vor meinem Schreibtisch. Ich kann's schon nicht mehr hören: "muss mich entschuuuldigen ... keine Zeit ... so viele andere Prüfungen" etc. Immer dieselbe Leier!
Fein raus ist Su trotzdem, denn ihr schwache Leistung fällt unter den Tisch, und zwar komplett. Und das geht so: Gestern beim Essen mit den anderen Lehrkräften des Deutsch-Instituts(das Kind von des Kollegen Li ist hundert Tage alt geworden, da gibt man einen aus!) hatte ich der für die Noten zuständigen Kollegin bereits eröffnet, dass es mit Sus Arbeit nicht weit her sei. Und dabei musste ich erfahren, dass sie die Endnoten bereits eingetragen hat und nicht mehr ändern kann.
Der Reihe nach, damit jeder sin-o-meter-Leser den Fall versteht: Vier Studentinnen erhielten Ende des letzten Semesters die Genehmigung eine schriftliche Arbeit erst zu Beginn des neuen Semester abzugeben, weil sie unter extremer Prüfbelastung standen. Doch die Uni-Verwaltung spielt nicht mit und fordert die unverzügliche Festlegung der Noten. Die Kollegin rechnet den Durchschnitt der von mir bisher aus Tests und Mitarbeit ermittelten Noten aus und trägt das ein - unabänderlich. Was mir die vier Kandidatinnen also jetzt, fünf Wochen später, abgeben, kann der letzte Müll sein, an der Note ändert das nichts mehr. Da kann man dann schon mal am Sinn von Leistungsnachweisen zweifeln.
Auch sonst ist mein Leben farbig, mitunter zu farbig. Mein Computer öffnet bestimmte Dateien nicht mehr, dafür hat er angefangen, für einge ungeöffnete Dateien aus unerklärlichen Gründen statt Schwarz eine blaue Schriftfarbe zu verwenden. Das ist wohl kein so gutes Zeichen. Schon die ganze Woche über liege ich dem Auslandsamt der Universität in den Ohren mit dem Begehren, mir doch einen neuen Computer zu gewähren. Bisher Fehlanzeige.