Am wichtigsten ist auf'm Platz!
Tennis-Kumpel Alain ist in der Dusche ausgerutscht und kann momentan kein Tennis spielen. Er hat sich den kleinen Finger der rechten Hand am Klobecken aufgerissen. Cathy springt ein. Die schlägt zwar nicht so doll, aber ich kann dann besser retournieren. Erst mal müssen wir aber qua Telefonanruf beim Tennismeister die sturen Jungs vertreiben, die den Platz nicht räumen wollen. Schnöseltruppe! Cathy hält dem einen resolut das Telefon ans Ohr. "Noch zwei Bälle!", sagt er.
45 Minuten später taucht der schriftstellernde Amerikaner Paul auf, der offenbar (so empfindet sie es) ein Auge auf sie geworfen hat. Am Wochenende haben wir mit Paul und einem befreundeten Pärchen Karten gespielt und ich habe mich so dusselig beim Kartenhalten und Regelverstehen angestellt, dass jeder neben mir aussah wie Cincinnati Kid. Das gilt insbesondere für Paul und Cathy, die heute (Cathys freier Tag) schon wieder zocken wollen, weswegen Cathy schon die ganze Zeit nervös auf die Uhr blickt. "Ich verspäte mich! Der redet nie wieder mit mir!" Dann ist er aber plötzlich da, schaut noch ein paar Minuten zu und Cathy haut mir plötzlich mit solcher Wucht die Bälle um die Ohren, als hätte sie beim letzten Bällesammeln heimlich eine Ladung Kryptonit eingeworfen. Aber ich weiß schon, was kommt: Am Sonnabend jammert sie mir wieder vor, er sei nicht ihr Typ, was solle sie machen, sie könne nicht nein sagen, wenn ein Mann sie einlade. "Du bist ein wirkliches Mädchen", sage ich dann immer.