Pavillon der Dämmerung
Bei ziemlich schwülen 30 Grad Celsius und mehr picknicke ich heute mit der charmanten Li Jianqing im Park auf einer der Inseln im Xuanwu-See. Anders als bei unserem letzten Besuch an gleicher Stelle (sin-o-meter berichtete) bleibe ich heute von Störungen im Magen-Darm-Trakt verschont, obwohl ich fast alle zuvor im Supermarkt erworbenen Artikel selbst essen muss. Die kleine Li, wie sie sich selbst nennt, rührt nur Joghurt und Bananen an. Das kennt man ja von den jungen Damen mit ihrem Schlankheitswahn. Außerdem wird sie nicht müde, über die Hitze zu stöhnen, wobei ich ihre sittlich zu missbilligende Verwendung des englischen f-Wortes zu rügen habe. Ich muss zuweilen doch arg an der Kinderstube der kleinen Li zweifeln.
Abends treffe ich die Studentin Liu Meng, der ich noch eine Einladung zum Essen schulde. Da die kleine Li unbedingt noch einen Blick auf den See in der Dämmerung werfen möchte, wozu wir uns zu einem verlassenen Aussichtspunkt auf der Nordseite der Insel begeben, muss ich die Pizza-Verabredung mit Liu Meng um eine Stunde verschieben, was diese aber nicht übel nimmt.