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Die Elite des Landes
Letzter Tag vor den Oktoberferien. Auf dem Rückweg von der Uni spreche ich mit dem Kollegen Chang. Aufmerksame Leser erinnern sich sicher noch an den Eintrag "Ein schweres Geschenk". Genau, es ging um eine Studentin, die bei mir auch in der Nachprüfung kein so richtiges Erfolgserlebnis verbuchen konnte. Nun haben wir noch eine mündliche Nachprüfung anberaumt, die eben dieser Kollege Chang durchgeführt hat. Aber auch er musste feststellen, dass selbst elementares Wissen fehlt. Nun fragt man sich, warum die Studentin sich nicht wenigstens auf diesen klar segmentierten Prüfungsteil zum Thema Konjunktiv 1 mal so vorbereitet, dass sie gut aussieht, und befindet sich mittendrin in einem klassischen Kulturphänomen, einem interkulturellen Konfliktbereich sozusagen: Die Studentin geht nämlich ganz einfach davon aus, dass die Uni, die Alma Mater, sich ganz mütterlich ihrer annimmt und einfach selbst eine Lösung für sie findet und sie irgendwie durchbringt. Die Studenten wissen nämlich: Durchfallen ist hier gar nicht vorgesehen. Durchfallen kann man durch die schwere Hochschulaufnahmeprüfung (Gaokao), danach ist man gewissermaßen "durch". Bei Deutschen erntet man mit diesem Prinzip nur Kopfschütteln.
Das führt uns zur nächsten Konfliktzone. Alljährlich werden uns zwei bis drei Studenten zugelost, die sich zum Militärdienst verpflichtet haben, aber für Fremdsprachen in der Regel nicht mehr Talent haben als ein Bulle zum Milchgeben. Die sitzen dann vier Jahre lang bei uns im Unterricht, verstehen kaum, wovon da vorn am Pult die Rede ist, und schreiben in jedem Diktat 0 %. Herr Chang klärt mich darüber auf, wie das zu- und hergeht: Eine bestimmte Anzahl Studenten muss Fremdsprachen lernen; später werden sie entsprechend verwendet, z.B. bei der Spionageabwehr, E-Mail-Lesen o.ä. Irgendwo in einem Armeebüro der Provinz sitzt nun der Mann, der für die Verteilung der Militärstudenten auf in Frage kommende Unis zuständig ist. Der sitzt dann vor der Kompanieliste und geht dann wahrscheinlich alphabetisch vor und entscheidet: Die drei studieren Englisch, die drei Französisch, die drei Deutsch usw. Klar ist auch, dass die Militärstudenten mit ihrem viel zu niedrigen Gaokao ohne diese Sonderbehandlung nie und nimmer für eine Uni wie die Universität Nanjing zugelassen werden könnten. Eigentlich könnten sie sich also freuen. Da sie aber aufgrund dieses Verfahrens vier Jahre lang die Deppen vom Dienst sind und meist nur staunend zugucken können, wie gut alle anderen Studenten um sie herum auf meine Fragen antworten, hält sich die Freude vermutlich in Grenzen. Denn vier Jahre lang sind sie diejenigen, die am wenigsten können, am wenigsten verstehen und am wenigsten dagegen tun können. Und Herr Chang und ich stellen uns die Frage, was für Soldaten das wohl später sein werden, die vier Jahre lang in einer Zwangslage ausharren müssen, die ihr Selbstbewusstsein nachhaltig untergräbt. Die Elite des Landes züchtet man sich so jedenfalls nicht heran.
Blut- und Eisen-Tauben in der Randzone

Die schon erwähnte Autorin Svealena Kutschke und die ebenfalls schon im sin-o-meter erwähnte Autorin Lu Min (auf dem Foto rechts und links von mir), die - wir erinnern uns - mich vor einem Jahr zum "Pfingstrosen"-Ballett entführt hat, werden heute vom Goethe-Institut im Café "Sculpting on Time" nahe der Uni zu einem deutsch-chinesischen Duett zusammengeführt. Die doppelte Dichterlesung steht unter dem beziehungsreichen Motto "Randzone und Hauptströmung". Für die Organisation des Abends waren maßgeblich meine Studenten des letzten Studienjahres zuständig, die auch mehr als die Hälfte aller Gäste in dem Café-Separée stellen. Und ich lasse es mir, nachdem ich schon die Arbeitsübersetzung des Textes "Blut- und Eisen-Tauben" an die Bedürfnisse deutscher Leser anpassen dufte, nicht nehmen, die deutsche Fassung der Lesung vorzutragen. Und hier exklusiv und nur im sin-o-meter auszugsweise eine Vorveröffentlichung der Novelle von Lu Min über die Lebenskrise des Herrn Mu:
Die Tauben verweilten auf dem Dach des Hauses gegenüber. Ihre zierliche Körperhaltung, der feine, ständig in der Drehbewegung rochierende Kopf, der Bauch mit seiner vollen Bogenlinie: ein Anblick von außerordentlicher Eleganz und Schönheit! Sie hoben sich empor, sie flogen hinab, sie kämmten mit dem Schnabel ihr Gefieder, sie flogen kreuz und quer durch die Lüfte, sie entflogen plötzlich seinen Blicken. Dass sie so stolz und ungeordnet durch die Luft segelten und unkontrolliert verschwanden, das löste geradezu Neidgefühle in ihm aus! Auf einem abgesperrten Balkon wie mancher im Zoo eingesperrte Primat stand also der 47-jährige Herr Mu mit geneigtem Kopf – und er konnte nicht umhin, eine Person zu vermissen, und zwar so sehr, dass es weh tat, und das war: er selbst vor einigen Jahren, als er noch jung war. Dieser Mu war witzig und ziemlich eigen! Damals führte er ein hemmungsloses und unbeständiges Leben, erfüllt von Staub und Unwetter. Er missachtete Regeln und Werte, vergeudete vibrierend vor Energie seine Zeit! Er hatte ein Gedicht in 260 Versen, aber ohne einen einzigen Reim geschrieben; er widmete es einem knochendürren Hund. Er hatte sich mitternachts aufgemacht, über die Yangtze-Brücke in Nanjing zu rennen, die Dienst habenden Soldaten auf den Fersen, die ihn hernach streng verhörten. Er hatte an eine nicht besonders gut aussehende Kollegin einen anonymen Liebesbrief geschrieben, herzlich und leidenschaftlich, und dann selbstzufrieden beobachtet, wie sie nach zehn Jahren mit derselben Frisur plötzlich eine neue hatte… Dieses Ich, wann war dieses Ich gestorben? [...]
Als er den Blick wieder den Tauben zuwandte, war der Platz leer. Die Nacht kam und sie flogen gemeinsam zurück zu ihren Nestern. Das Dach vor seinen Augen wurde wieder zu der bekannten Alltagswüste. Ein x-beliebiger Ort auf dieser Welt, keines Blickes würdig. Als Herr Mu sich umwandte, fiel ihm eine letzte Taube ins Auge, die sich im Gleitflug treiben ließ. Das dekorative Muster auf ihrem Rücken ließ die Umrisse eines schwarzen Halbkreuzes erkennen, das ihm mitzuteilen schien: Falsch! Falsch! Falsch! Sie hielt sich am Rand des Daches und gurrte in zarten Tönen. Im vergehenden Licht schimmerten die verschiedenfarbigen Federn auf ihrem dünnen Hals auf berückende Weise.
Leider muss wegen der vorgerückten Stunde die Einladung der Uni zu einem Festessen anlässlich des Nationalfeiertags am 1. Oktober ausfallen. Liu Chao macht von ihrem Platz aus schon immer nervös Zeichen. Aber ich als Künstler bei der Arbeit muss das natürlich ignorieren! Ich gehe kurz vor meinem Einsatz zu ihr und bitte sie, mal für mich zum Ausländereinsammelbus zu gehen und mitzuteilen, dass ich (noch) nicht kommen könne. Mit Diskussion und Fragen im Anschluss an die Doppel-Lesung vergeht so viel Zeit, dass ich das Festessen schließlich komplett sausen lasse, obwohl Yang Liu gerade eine SMS von Liu Chao bekommen hat, ich könne später kommen. Später - für mich ist das die Weihnachtsfeier. Denn Kollegin Chen, die Autorinnen und die Studentinnen im Betreuungsdienst bleiben noch zum Abendessen in dem Café. Da ist doch für mich sicher auch noch Platz, z.B. gleich neben Lu Min, die ich ja länger nicht gesehen habe... Nur wo bleibt Liu Chao?
Die treffe ich eine geschlagene Stunde später im Eingangsbereich meiner Unterkunft. Da ich mein Telefon nicht dabei hatte, konnte sie mich nicht mehr erreichen. "Ist doch klar, wo ich war", sage ich. "Wieso kommst du denn nicht wieder rein?" Ja, weiß sie auch nicht so genau. Sie hatte sich wohl innerlich auf das geplante Festessen eingerichtet. Das wäre ja auch wirklich schön gewesen, aber man kann im Leben nun mal nicht alles haben.
Fallhöhe
Bisher galt ja immer "Kramer gegen Kramer" als Musterbeispiel für Fallhöhe. Mr. Kramer wähnt sich in einer glücklichen Familie und seine Frau haut ihm plötzlich um die Ohren, dass sie die Scheidung will. Seit heute eigne auch ich mich vortrefflich als Beispiel für Fallhöhe: Ich komme gerade vom gemeinsamen Mittagessen mit Liu Chao, die noch mal in ihr Jade-Museum abgedampft ist, um ihr heiß geliebtes Souvenir zu kaufen, rufe zu Hause meine E-Mails ab und stoße auf dieses harmlose Rundschreiben von der Chefin aus Bonn. In dem steht u.a. folgendes: "Auf unserer Webseite (...) sind derzeit 97 neu zu besetzende Lektorate ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist dafür ist der 22. Oktober 2010. Falls Sie beim Lesen dieser Zeilen Personen vor Augen haben, die für eine solche Tätigkeit hervorragend geeignet wären, wären wir Ihnen sehr dankbar, wenn Sie diese auf die Ausschreibung aufmerksam machen könnten." Da schaun wir doch mal rein, sagt sich Didus, mal sehen welche neuen Kollegen es wo geben wird. Und was findet er? Seine eigene Stelle ausgeschrieben, neu zu besetzen ab Sept. 2011. Am liebsten würde ich mich ja gleich selbst als "hervorragend geeignet" für diese Stelle vorschlagen. Immerhin habe ich auf ihr ja im Gegensatz zu allen anderen möglichen Kandidaten, wertvolle zwei Jahre Erfahrung. Eine absurde, aberwitzige Situation, die noch aberwitziger, grotesker, geradezu kafkaesk wird, doch dazu später mehr.
502!
"Was ist denn das? Da ist ja gar nichts!", stellt meine ehemalige Studentin Liu Chao, Absolventin anno 2007 und seit gestern Abend wieder mal bei mir zu Gast, ernüchtert fest, als sie den Platz der ehemaligen Ming-Stadt beschreitet, einer Art Verbotener Stadt von Nanjing. Leider sind die Gebäude vor ein paar Hundert Jahren abgebrannt. Was bleibt, ist ein leerer Platz, gesäumt von zwei Portalen im typisch chinesischen Stil. "Das hätte ich dir gleich sagen können, aber du wolltest ja unbedingt hierher!", erwidere ich. Außerdem müsse man das Positive sehen: Zwar sei hier nichts zu sehen, dafür sei aber der Eintritt auch frei, was ja in China nichts selbstverständlich ist. Letztes Jahr, als Liu Chao zu Gast war, waren die Ming-Gräber eine Baustelle, also nichts zu sehen für 70 Yuan! Wir traben mithin genügsam über den Platz und schießen ein Foto.

Ich bin etwas zermürbt, denn heute Vormittag musste ich unterrichten, um den Unterricht für die freie Woche ab dem 1. Okt. "vorzuholen". Aber für den Nachmittag habe ich meinem werten Gast eine Erkundungstour zugesichert. Das kann sie dann von dem Drama mit der Zugfahrkarte ablenken. Wegen des Feiertagsreiseverkehrs hat die Geplagte nur eine Stehplatzkarte nach Xian zu ihren Eltern bekommen: 24 Stunden stehen! Zum Glück ist das Nanjinger Museum nur einen Steinwurf entfernt und Liu Chao versinkt in einem Traum aus Jade. Jade über die Jahrhunderte ist nämlich der Gegenstand einer der hier zu besichtigenden Sammlungen. Mit leuchtenden Augen und widerwillig verlässt Liu Chao erst zum Dienstschluss der Museumswärter den Saal.
Das Drama mit der Luma
Es dämmert und damit wird es Zeit, sich um substanziellere Dinge zu kümmern: Ich brauche Kleber für die Luftmatratze, der heute Nacht die Luft ausgegangen ist. Selbstverständlich schläft Liu Chao als Gast auf meiner Matratze, ich nehme mit der Luma vorlieb. Nur die hat ein Loch. Wir machen uns auf zum Fahrradreparaturladen am Ende der Hankou Lu und Liu Chao fahndet für mich nach dem Wunderkleber Wulinger (502). Den bekommen wir dann auch. Dazu auch leihweise eine Bürste zum Aufrauen. (Ich habe die Luma auf dem Arm.) Zu Hause drücke ich dann den Flicken minutenlang auf die Fläche mit dem 502. Tja, und da haben wir den Salat: Zum zweiten Mal seit der Abtauaktion in meinem Hamburger Kühlschrank vor ca. zehn Jahren (damals war ich mit der Hand im Eisfach festgefroren) hänge ich fest! Ich habe mich mit Superkleber 502 an meine marode Luma geklebt. Unter Stöhnen und Ächzen löse ich mich wieder ab. Etwas Haut bleibt hängen und mein Daumen und Zeigefinger sind schwarz. Eine Symphonie in Moll aus Haut und Gummi. Nun aber flugs die Luma aufgepumpt. Der Flicken hält. Dennoch zischt es. Ernüchtert muss ich bilanzieren: Noch ein Loch! Luft wieder raus, nächster Flicken. Diesmal nehme ich Plastikfolie als Trennmittel, um nicht wieder festzuhängen. Aber der Flicken hält nicht: Es fehlt die Bürste zum Aufrauen, doch der Fahrradladen ist längst dicht. Liu Chao hat die rettende Idee: Nagelfeile. So was hab' ich zwar nicht, aber in dem Manikür-Set, das ich anlässlich der Bildungsmesse (sin-o-meter berichtete) geschenkt bekommen habe, da gibt es einen Nagelknipser mit eingebauter Feile. Frisch ans Werk! 502 zum Dritten, Flicken hält! Es ist inzwischen auch Zeit fürs Bett. War ein langer Tag. Aber das Leben ist grausam: Nach einer Stunde liege ich schon wieder wie auf Wackelpeter. Damit ist auch aus meinen Flickwerk-Ambitionen endgültig die Luft raus!
Aber damit ist noch lange nicht Schluss: Ich stecke in diesen Tagen mittendrin in einer gnadenlosen Alles-geht-kaputt-Pechsträhne: Der CD-Spieler sagt von heute auf morgen keinen Mucks mehr, dasselbe gilt für meinen Wasserkocher. Es ist, als hätte der Zyklostrahl des Zyklotrop aus Spirou alles lahm gelegt. Mein Tennisschläger war von Anfang an Schrott. Und schließlich noch hat Liu Chao meinen Duschvorhang zerrissen, nein, man muss es so drastisch sagen: zerfetzt. Schon klar, es gab da einen kleinen Riss rechts außen schon vorher, aber jetzt sieht er aus wie nach der Messerattacke aus Psycho.
Suppe im UFO

Den freien Tag nutzen die anwesenden Lehrkräfte des Deutsch-Instituts, um einen Tagesausflug nach Yangzhou, der Stadt mit dem Kaiserkanal und dem so genannten "schmalen Westsee" (der echte Westsee ist in Hangzhou), zu machen. Mit von der Partie sind auch die Austausch-Autorin Svealena Kutschke sowie zwei sie betreuende Studentinnen aus dem letzten Studienjahr. Nach der Ankunft unseres Charterbusses frühstücken wir erst mal ausgiebig. Die Baozi und Jiaozi und die mit Krabbensuppe gefüllten Teigtaschen im UFO-Format sind für Frau Kutschke z.T. recht gewöhnungsbedürftig. Sie kommt vor allem nicht mit dem Strohhalm klar, mit dem man die UFO-Suppe aussaugen soll. Ich bin dagegen schon geübt dank meines Aufenthalts bei Yangliu im letzten Jahr und mache voll auf Profi.
Da ich schon mal in Yangzhou war, ist alles für mich nur leidlich aufregend. Es ist wegen der Ferientage überall proppevoll. Wir schauen uns noch ein paar Bonzais im Park am See an. Dann wird der Kleine von Kollegin Wang müde, sie nehmen so eine Touri-Kutsche und wir anderen steuern zu Fuß den Ausgang des Parks an. Schade, ich wäre gern noch auf die Pagode gestiegen, die ich letztes Jahr schon nicht geschafft habe.
Ausverkauf
Heute steige ich auf dem Weg zu meinem zweiten Messetag zwar nicht falsch aus, sondern falsch ein. Mal was anderes. Als ich merke, dass ich zwar den richtigen Bus erwischt habe, der aber in die falsche Richtung fährt, sind schon wieder zwanzig Minuten vorbei und ich schicke eine Kurz-Nachricht an Wu Jing. Die ist aber mal wieder gar nicht besorgt. Hauptsache, ich kann nachher beim Abbau mit anpacken. Ich komme also fast eine Stunde verspätet an und lasse nun erst mal Wu Jing essen, vertrete sie also am Stand. Ihre Kollegin kommt gerade vom Essen und ist schon in Aufbruchsstimmung. Sie möchte mittags schon nach Schanghai zurückreisen. Und Mittag ist ja jetzt.
Ich habe heute allen etwas mitgebracht: Etwa 25 Mützen mit der Aufschrift "China und Deutschland - gemeinsam in Bewegung", Marketing-Artikel, die schon seit zwei Jahren in meiner Bibliothek herumliegen. So schnell kann ich gar nicht gucken, wie die weg sind. "Muss sich rumgesprochen haben", mutmaßt eine nur mäßig verblüffte Wu Jing. Kurz vor Messeschluss scheinen die Geier das Feld übernommen zu haben. Mit Stielaugen kommt ein junger Chinese mit Kurzhaarschnitt vorbei und lugt nach meinen DAAD-Kulis. Ich nicke. Schon grapscht der Junge nach dem ganzen Packen. Ich protestiere, er kehrt um und gibt mir zwei zurück. Und schon ist er weg! Wu Jing bestellt noch einen Transport-Dienst, mit dem ich mich morgen herumplagen werde, wenn die Kisten in meine Bibliothek befördert werden sollen. Was ich nicht behalte, geht mit demselben Transport nach Schanghai zurück.
Ich verabschiede mich, nachdem ich beim Abbau und beim Verladen der Kisten in Wort und Tat mitgewirkt habe, am westlichen Seitentor der Messehalle von Wu Jing. Ich will nicht wie gestern mit dem Taxi im Stau stehen und gehe lieber zu Fuß durch den nahen Xuanwu-See-Park zurück. Doch der ist bauarbeitsverseucht und ich muss den Xuanwu-See nördlich umwandern. Wegen der Hitze steige ich am Bahnhof in die U-Bahn. Der Tag wird auch nicht mehr lang, denn morgen ist Unterricht. Wir müssen die freien Wochentage "vorholen", die wir in den nächsten drei Wochen zweimal haben: Erst kommt das Mondfest und zwei Wochen später der Nationalfeiertag.
Die leere Muschel
Ist mir ein komplettes Rätsel, was das wieder soll, aber im Bus mir gegenüber sitzt ein Opa, dessen Unterschenkel, die unter den weit aufgekrempelten Hosenbeinen hervorlugen, komplett in Frischhaltefolie eingewickelt sind. Soll das vielleicht eine Therapie gegen Krampfadern sein?
Ein Rätsel ist mir auch, wie ich mal wieder auf vage Vermutung hin in einen Bus steigen konnte, der womöglich gar nicht ans Ziel führt. Tatsächlich fährt er an einem der schwangeren Auster von Berlin nicht unähnlichen Gebäude vorbei, das nach Messehalle aussieht. Ich steige aus und schreite bei sengender Sonne über den Zebrastreifen einer mehrspurigen Hauptstraße. Doch die schwangere Auster entpuppt sich als leere Muschelschale. Weit und breit nichts los. Keine Autos, keine Menschen. An den Wänden bröckelt schon überall die weiße Farbe ab. Dann war es wohl doch das andere Messegelände weiter nördlich.
Dem Ostufer des Xuanwu-Sees folgend nähere ich mich dem International Exhibition Center, doch auch hier ist alles wie ausgestorben. Immerhin werden aber erste Spuren der Bildungsmesse erkennbar. Ich muss nur noch mal 500 Meter um das ganze Gebäude herumwandern, ehe ich am Südeingang des Geländes auf herandrängende Menschen stoße und schließlich erst auf Dr. Hai mit meiner besten Studentin an seiner Seite hinterm Stand und schließlich auch Wu Jing und ihre Kollegin in dem Ausstellungsgetümmel finde. Nebenan steht das Goethe-Institut, bestückt mit meiner Studentin Eva, die ein Praktikum dort macht. Wir sind hier quasi ganz unter uns. Vermisst hat mich bisher niemand. Und zur Belohnung für meine Verspätung wird mir erst mal ein Mittagessen serviert.
Eine Rose für die Konsulin
Heute Abend nimmt mich in der Lobby eines vornehmen Hotels neben dem Zifeng-Turm die adrett gekleidete Wu Jing in Empfang. Sie ist die chinesische Mitarbeiterin meines Kollegen aus Schanghai, der hauptsächlich für Hochschul-Marketing zuständig ist. Mit Wu Jing werde ich die nächsten beiden Tage auf der Jiangsu Education Expo 2010 auf dem Gelände des Nanjing International Exhibition Center einen Stand betreuen und auf die Vorzüge eines Studiums in Deutschland hinweisen. Es handelt sich um die erste Bildungsmesse der Provinz Jiangsu und die künftigen Aussteller werden hofiert wie Könige. Es gibt heue im Hotel erst mal ein Festmenü, das ich an der Seite der Schanghaier Kollegin einnehme, und später erhalte ich auch noch ein Nagelscheren-und-schleif-Set samt Etui. Neben uns am Tisch sitzt noch Dr. Hai Sun, der China-Repräsentant für Zusammenarbeit zwischen China und Baden-Württemberg in Wissenschaft, Forschung und Kunst. Dr. Hai schockt mich erst mal mit der Mitteilung, das, was mir da gerade Leckeres serviert werde, sei Hund. Nur ein Witz.
Nach dem Schlemmermenü wird mal wieder fleißig reihum zugeprostet. Überhaupt wird die zunächst recht steif von einer Reihe von Schlipsträgern begonnene Feier immer heiterer. Die britische Konsulin erhält vom Hauptorganisator, dem hohen Beamten vom Jiangsuer Ministerium für Bildungsbelange, während ihrer launigen Rede eine Rose von der Dekoration am Rednerpult zugesteckt. Und das Ganze ähnelt zum Ausklang schon mehr einer Kabarettveranstaltung als einem Empfang von wichtigen Repräsentanten des Bildungswesens. Gemeinsam mit Wu Jing und dem lustigen Sino-Württemberger Dr. Hai verlasse ich das muntere Menü.
Das Nanjinger Folklore-Musikorchester gibt sich die Ehre

Am Mittwoch beim Bankett wurden wir aus Anlass des chinesischen Lehrertages (immer Anfang September) zu einem Konzert des Folklore-Musikorchesters der Universität Nanjing eingeladen. Es findet statt im Uni-Auditorium. Die aparten Musikerinnen, gerade von einer Europa-Tournee zurück, hat Alain mit seiner Digitalkamera im Bild festgehalten. Guzheng singt das Solo "Reise nach Lhasa", die Zither spielt das Stück "Urlaub", um nur zwei Höhepunkte zu nennen. Nicht im Bild: der fünf- bis sechsjährige Knirps, der ständig den Mittelgang runterrennt und trotz mehrfacher Ermahnung vor der Bühne Tänzchen aufführt und Mätzchen macht. Einzelkind.
Du, die Wanne ist voll!
Ich weiß, ich soll nicht immer so viel kalauern, aber ich denke, einer geht noch: Heute war erst das Maß voll und dann die Wanne. Und das ging so: Eigentlich sollte ja heute die große Nachprüfung stattfinden – für alle im letzten Semester durchgefallenen Studenten. Ich habe extra einen Raum reservieren lassen, doch dann macht es BUMM, denn ich knalle die Tür hinter mir zu. Die nicht gerade übereifrigen Studenten haben mir gerade anvertraut, dass sie meine E-Mail mit dem Text, der Grundlage der Prüfung ist, nicht erhalten hätten, weil sie heute keine E-Mails abgerufen hätten. "Lesen Sie nie E-Mails? Keiner?", feuere ich den Einsilbigen mehrfach entnervt entgegen und ziehe die erbarmungslose Schlussfolgerung: "Sie können nach Hause gehen. Ohne Text keine Prüfung. Kurs wiederholen." Dann der schon genannte Türknall. Zugegeben, die zwölf Seiten "Spiegel"-Reportage, die innerhalb von 3 Stunden von den vier Kandidaten zu lesen waren, waren schon eine Zumutung, die die armen Studenten zu Recht in schiere Verzweiflung stürzte. Aber das war auch so geplant: Wer vorher die Leistung nicht erbringt, muss leiden.
Die Vize-Institutsleiterin eilt mir ins Büro hinterher, um erfolgreich zu vermitteln. Große Kompromisslösung: Wir verschieben die Prüfung auf morgen, gleiche Zeit. Heute wird die Prüfung für einen anderen Kurs geschrieben. "Entschuuldigung, Entschuuldigung, Herr Meh'ens", stammelt der saumselige Liu wiederholt, der mir vor Monaten eine E-Mail geschrieben hat mit der Erläuterung, er habe eigentlich Chemie studieren wollen und Deutsch liege ihm folglich nicht so. Ich schüttele nur mit dem Kopf, innerlich gebrochen wie einst mein Englischlehrer, wenn jemand seine Hausaufgaben ganz schlecht erledigt hatte.
Da also langes Prüfungsüberwachen entfällt, bin ich rechtzeitig zu Hause zum zweiten wichtigen Termin heute: zur Taufe. Nicht zu meiner Taufe natürlich, sondern zu der eines jungen Mannes namens Bin. Er wagt heute den großen Sprung nach vorn, den in das Himmelreich, und meine Badewanne lag einfach strategisch günstig in der Nähe. Es hat ja nicht jeder so eine Wanne. Ich bin privilegiert. Quasi. Mein Tennispartner Peter hat das vermittelt. Er hat vorher schon ein halbes Dutzend mal angerufen und den Termin zweimal verschoben. Aber heute lotst er die ganze Delegation erfolgreich in meine bescheidenen vier Wände. Ein junger Amerikaner namens Andy spricht ein paar Einleitungsworte, während sechs oder sieben junge Chinesen im Kreis auf dem Boden meines Wohnzimmers sitzen und schwitzen. Nur einer, dem wird gleich eine willkommene Abkühlung zuteil werden. Ich lasse schon mal Wasser ein. Dreimal renne ich rein und raus, um zu sehen, ob die Wanne schon voll ist. Dann ist die Wanne voll und ich gebe das Startkommando. Bin zieht sich im Badezimmer um und dann treten wir in mein Bad wie in den Altarraum einer Kathedrale. Ganz in Weiß gleitet Bin hinab in die kühlen Fluten meiner Wanne, weil Andy, der junge Laien-Pastor, ihn untergegluckert hat. Als Bin nicht mehr tropft, singen wir noch in kleiner Runde "Amazing Grace, how sweet the sound that saved a wretch like me!" und tauschen ein paar Bibelverse aus. Danach wird für Bin gebetet – alles ganz spontan. Wenig später verabschiedet sich der Trupp. Das Wasser werde ich dann mal über Nacht stehen lassen und morgen früh zweitverwerten. Es ist ja morgens immer so heiß in meiner Wohnung. Da kühlt man sich gerne noch mal vorm Unterricht ab. Man mag ja auch nichts verschwenden. Ich hoffe, das ist theologisch einwandfrei. Ich denke, das ist so ähnlich wie mit dem Abendmahlswein. Davon bleibt auch immer was übrig und das schüttet man dann ja auch nicht einfach weg.
Am falschen Tisch
Beim diesjährigen Empfangsbankett für die ausländischen Lehrkräfte freue ich mich bereits auf ein paar anregende Gespräche am Tisch mit den deutschen oder amerikanischen Kollegen, ich sitze auch schon neben meiner Kollegin Chen. Da kommt Sophie vom für uns zuständigen Büro und lässt ausrichten, dass ich am nobel geschmückten Ehrentisch neben dem Vizepräsidenten der Uni Platz nehmen soll. Immerhin bin ich im dritten Jahr hier, also ein Altgedienter! Das ist mir erst mal gar nicht recht. Da kenne ich doch keinen und muss einen auf Brav machen! Gegenüber am VIP-Tisch sitzt meine Ex-Kollegin aus Guangzhou mit ihrem erwachsenen Sohn in Schlepptau. Sie ist jetzt Leiterin des hiesigen Büros der Uni Göttingen, unserer Partner-Universität. Neben mir sitzt ein Japaner. Er ist schon zehn Jahre hier und spricht auch nur ein rudimentäres Chinesisch. Eigentlich ist er Zeitungskorrespondent und anscheinend nur nebenbei an der Uni. Oder auch umgekehrt. Außerdem gesellt sich, ganz unbedarft, der Französisch-Lehrer Alain dazu, der gedacht hat: Na, da sitzen ein paar Ausländer, da passe ich gut rein. Er stammt aus der Nähe von Calais und ist erst ein halbes Jahr hier. Alain erzählt mir, dass Woody Allen die Szenen, die die Präsidenten-Gattin im neuesten Film des Meisterregisseurs gespielt hat, alle mit einer anderen Darstellerin noch mal gedreht hat, worüber er sich diebisch freut und ich freue mich, mal wieder etwas Französisch sprechen zu können. Am Ende ist auch noch Zeit für einen Ausflug an die anderen Tische, denn die Deutschen sitzen sowieso immer am längsten da. Ein Amerikaner - wie hieß er noch gleich? - will sogar noch anderswo einen heben gehen. Leider habe ich morgen in aller Frühe Unterricht und somit eine gute Ausrede!
Ätzend!
Im Andy-Morgan-Abenteuer "Teuflischer Anschlag" (deutsche Erstveröffentlichung 1978 in ZACK) kapern einige Unholde die Cormoran, um von Bord aus eine Säurekapsel in einen Swimming-pool zu schießen und damit einen verhassten Bonzen zu erledigen. Ganz so teuflisch war der Anschlag nicht, dem ich heute zum Opfer fiel, aber der Reihe nach...
Im Gottesdienst in St. Paul's sind heute gleich drei Deutsche dabei. Einer heißt Karsten und ist gleich weg. Mit Heide und (Name vergessen) unterhalte ich mich noch eine Weile. Die fünfzehnjährige Heide ist für ein Jahr Gastschülerin auf einem Nanjinger Gymnasium. (Name vergessen) macht eine dreiwöchige Tour durch China und war gerade in den Karstbergen von Yangshuo unterwegs. Für den Nachmittag habe ich mich mit Xiao Li (sin-o-meter berichtete) und deren Freundin fürs Kino verabredet. Auf dem Weg dorthin passiert etwas Seltsames: Ich bin auf dem Bürgersteig unterwegs und ein Motorroller fährt dicht an mir vorbei. Im selben Moment spritzt etwas gegen mein Bein, als wäre der Roller durch ein Pfütze gedüst. Nur ist da gar keine Pfütze. Sind zufällig im selben Moment ein paar Tropfen von einer Klimaanlage auf mich gefallen? Nein, ich stehe viel zu weit entfernt von den Fassaden. Oder hat jemand in einem Flugzeug über mir die Klo-Luke geöffnet? Unwahrscheinlich. Naja, trocknet in der Sonne, sage ich mir, aber plötzlich beginnt es auf der Haut zu brennen, eine Stelle auf meinem Unterschenkel rötet sich, etwas Haut ist weggeätzt: ein Säure-Anschlag wie einst bei Andy Morgan! Ob die Batterie des Motorrollers undicht war und er genau in dem Moment, als er auf meiner Höhe war, über eine Unebenheit gefahren ist und so etwas rausspritzen konnte? Ganz wird das bizarre Rätsel wohl nie geklärt werden können. Ich weiche zu Haus meine rechte Socke ein und dusche meinen Unterschenkel ab.

Es ist Xiao Lis zwanzigster Geburtstag und sie bekommt von mir eine Tüte Katjes-Joghurt-Gums (Aldi-Variante) als deutsche Spezialität geschenkt. Nach langem Überlegen und Schlangestehen entscheiden wir und für Sylvester Stallones "Expendables", weil Xiao Li "Shrek" Teil 4 schon gesehen hat. Der Film gefällt mir sichtlich besser als Xiao Li und ihrer besten Freundin. Anschließend bringe ich ihnen in einem Spiele-Restaurant UNO bei. Xiao Li landet auf dem dritten Platz. Beim Fotografieren kann sie sich anschließend ihre gute Laune wiederholen, die auch deswegen ein bisschen weggeätzt worden ist, weil noch keiner von der Familie angerufen hat. Vom Säure-Anschlag merke ich unterdessen nichts mehr.

Gehe auf Los und ziehe 8000 Mark ein!
Cathy lacht sich erst mal halb tot, als ich ihr das Abenteuer mit Tante Lu erzähle, das mir immer noch nachhängt. Wir treffen uns zum Sprachkurs in meiner Bibliothek (wegen der Klimaanlage in erster Linie). Und sie kriegt sich gar nicht wieder ein. Natürlich bin ich für sie mal wieder selbst schuld. "Why did you give her your address?" - "I thought I did not describe well!" Außerdem sagt sie mir auf den Kopf zu, dass, wenn Tante Lu jünger und schöner gewesen wäre, ich wohl kaum so viel an ihr auszusetzen gehabt hätte, das beweise ja meine Toleranz gegenüber "Drama Queen", die bekanntlich auch nicht gerade ein Nerven-Tonikum war. Tja, was soll man gegen so bestechende Logik einwenden? Und meine unbarmherzige Sprachpartnerin macht mir auch wenig Hoffnung, dass Tante Lu sich so leicht abschütteln lassen wird. Leider wird sie Recht behalten.
Doch vorher gibt es noch was Angenehmes: Das Kollegium kommt abends um sechs direkt vor meiner Haustür zum Essen zusammen. Anlass sind zwei deutsche Gäste: eine Hochschulvertreterin aus Göttingen und die junge deutsche Autorin Svealena Kutschke, die mit der alljährlichen Kurzzeitdozentur bei uns in die Fußstapfen von Nora Bossong (sin-o-meter berichtete vom 11.9. bis 1.10.2009) tritt und wieder ein paar Unterrichtsstunden übernehmen wird. So gut wie mit Nora werde ich mich mit Svealena aber nicht verstehen. Die junge Künstlerin, der jeder sofort ansehen kann, dass ihre Lieblingsfarbe schwarz ist, bringt es fertig, noch vor dem Essen, dessen Entree schon auf dem Tisch steht, zwei Fluppen durchzuziehen, und lässt dann die versammelte Runde an ihrer momentan größten körperlich-seelischen Not Anteil nehmen: Wie kann ich hier in China meinen Cappuccino kriegen? Frau Kong empfiehlt ein Grüntee-Surrogat. Na, denn Prost! Ich kriege eine Joghurt-Milch.
Die Vizechefin des Fachbereichs hat mir dann noch eine regelrechte Skandalmeldung zu vermitteln, die auch nur zwischen Tür und Angel reinpasst in diesen netten Abend. Sie möchte es mir möglichst schonend beibringen und lässt den Kollegen Chang das Drama enthüllen, dass alle Studenten des zweiten Jahrgangs von der Glücksfee geküsst wurden: Die Tante vom Prüfungsamt, die die Noten in den Computer eingibt, hat die Ergebnisse der mündlichen Prüfung (rechte Spalte des Zensurenblattes, dessen akribisches Ausfüllen mich am Ende jedes Semesters schier an den Rand des Wahnsinns treibt, weil ich mich so oft verschreibe) als Endnoten (vorletzte Spalte des Zensurenblattes, das mich jedes Mal Schweiß und Tränen kostet) eingetragen. Alle haben bestanden, und zwar mit durchschnittlich zehn Prozentpunkten über dem eigentlich von mir festgelegten Notenwert. Das ist ungefähr so, wie wenn man bei Monopoly direkt auf "Los" kommt, 8000 Mark einstreicht und vorher befürchten musste, auf Schlossallee und Parkstraße in den Ruin getrieben zu werden. Das ganze Leben ist ein Spiel und wir sind nur die Kandidaten! Und ich weiß wenigstens, wofür ich hier wochenlang korrigiert habe! Immerhin spare ich mir zwei Nachprüfungen. Abends in meiner Wohnung klingelt das Telefon so hartnäckig wie einst bei Danyu (die offenbar auch schon mal angerufen hat, ich sehe das an der US-Vorwahl). Das heißt, es klingelt gar nicht! Ich habe in weiser Voraussicht schon mal auf "Stumm" geschaltet, es leuchtet dann nur noch. Da Tante Lu so umsichtig war, mir alle ihre Nummern aufzuschreiben, kann ich gleich alle Zweifel ausräumen. Als das Leuchten vorbei ist, speichere ich die Nummer auch gleich ab, aber keineswegs unter Tante Lus Namen... Immer wenn Tante Lu anruft, wird von heute an auf meiner Anzeige zu lesen sein: "Nicht rangehen ruft an!"
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